Der FC Basel ist in ein monumentales Tief abgesackt

Der FC Basel und Verteidiger Michael Lang am Boden
Der FC Basel und Verteidiger Michael Lang am Boden © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Nach dem 1:2 vom Mittwoch in St. Gallen droht dem FC Basel am Samstag gegen den FC Zürich die schwerste sportliche Krise des neuen Jahrtausends. Doch es gibt auch statistische Ansätze für Hoffnung.

Einen solchen Satz hat man von einem Spieler des FC Basel seit Jahren nicht mehr gehört.«Das Selbstverständnis des Siegens fehlt uns derzeit», sagte Verteidiger Michael Lang nach der 1:2-Niederlage am Mittwochabend in St. Gallen. Weshalb das so ist? Es ist schon sehr lange her, dass der FCB in der Super League ein Spiel gewonnen hat. Am 10. August war es, beim 3:2 gegen die Grasshoppers.

Es war damals ein Spiel, das der FCB dominierte, in dem er nach einer Stunde 3:0 führte und sich am Ende nach zwei GC-Toren und einer späten Ausgleichschance der Zürcher fast wie ein Verlierer fühlte. Das Publikum war nicht zufrieden, es gab Pfiffe. 41 Tage später wären sie in Basel froh um einen mit Makeln behafteten Sieg – Hauptsache es gäbe mal wieder einen Sieg.

Wer nun, nach vier Spielen ohne Erfolg und mit nur zwei Punkten, von einer monumentalen Krise spricht, liegt nicht mal so falsch. Sechs Jahre ist es her, dass der FC Basel letztmals eine solche Phase erlebte. Noch schlechter lief es dem FCB vor acht Jahren. Damals gab es im Spätsommer einmal fünf Spiele mit nur zwei Punkten.

Was in den Saisons 2009/10 und 2011/12 nach diesen Tiefs geschah, ist im Moment jedoch ein Strohhalm, an den sich die Basler klammern. In beiden Saisons wurde der FCB noch Meister. 2009 folgten auf die Krise acht Spiele mit sieben Siegen und einem Unentschieden. Zwei Jahre später setzte der FCB zu einer einzigartigen Serie an, gewann bis zur Winterpause zehn von zwölf Spielen und wurde am Ende der Saison mit 20 Punkten Vorsprung Meister.

Der Klassiker gegen den FC Zürich am nächsten Samstag könnte also einen Wendepunkt markieren. Vielleicht gewinnt ja der FCB gegen den noch ungeschlagenen Aufsteiger, schlägt danach auch noch der Reihe nach die Grasshoppers, Lugano, Thun und nochmals den FC Zürich. Vielleicht wird nun sofort alles besser, wenn gegen den FCZ zum Beispiel der zuletzt gesperrte Captain Marek Suchy in die Innenverteidigung zurückkehrt.

Doch vielleicht kommt es auch anders, wird alles noch schlimmer. Dann nämlich, wenn die Formkurve am Boden bleibt und der FCB ein weiteres Mal verliert. Dann wären die neue Führung um Sportchef Marco Streller und der neue Trainer Raphael Wicky zu einem ungemein frühen Zeitpunkt mit einer Krise konfrontiert, die historisches Ausmass hat. Es wäre die so genannte «Millennium-Krise».

Denn es wäre das erste Mal seit der Jahrtausendwende, dass die Basler in der Meisterschaft drei Mal in Folge verlieren. Das hat es zuletzt im Herbst 1998 gegeben, mit vier Pleiten in Folge. Trainer war damals der Westschweizer Guy Mathez – und gespielt wurde noch im alten St.-Jakob-Stadion.

(SDA)


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