Der FC Biel verliert per sofort die Lizenz

Dem Club wird die Lizenz entzogen.
Dem Club wird die Lizenz entzogen. © (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Der FC Biel darf ab sofort nicht mehr in der Challenge League spielen. Die Swiss Football League hat dem Chaos-Club die Lizenz entzogen. Alle Resultate aus der Rückrunde werden Biel gestrichen. Der Entscheid kann nicht aufgeschoben werden.

Für den FC Biel ist die Saison gelaufen. Ein geregelter Klubbetrieb unter Einhaltung der reglementarischen Vorgaben des Lizenzreglements seien beim FC Biel nicht mehr möglich. Dies hat die Disziplinarkomission der Swiss Football League entschieden. Deshalb wird dem Club die Lizenz zum Spielen in der Challenge League per sofort entzogen.

Bei der Lizenzvergabe geht es der Swiss Football League grundsätzlich darum, ob ein Club in der Lage ist, genügend finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben, um allen Verpflichtungen bis Ende der nächsten Meisterschaft nachzugehen. Kann ein Club nicht alle Lizenzkriterien erfüllen oder verfügt nicht über genügend finanzielle Mittel so muss er dies der Swiss Football League mitteilen. Dies hat der FC Biel versäumt. Wie es von der Disziplinarkomission heisst, habe der FC Biel die Swiss Football League nicht über die finanziellen Engpässe informiert.

Gebüsst wurden die Bieler bereits. Ihnen wurden insgesamt acht Punkte in der Liga abgezogen plus wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Genützt hat es nicht viel. Trotz Strafen haben die Bieler die Liga noch immer nicht über die finanzielle Lage informiert. Da es auch personelle Engpässe gibt, ist ein normaler Spielbetrieb nicht mehr möglich.

Der Entscheid der Swiss Football League kann innerhalb von fünf Tagen beim Rekursgericht angefochten werden. “Aufgrund der akuten Probleme und zur Vermeidung von Ungleichheiten im Spielbetrieb wird im Entscheid der Disziplinarkommission dem Rekurs allerdings die aufschiebende Wirkung entzogen”, heisst es in einer Medienmitteilung.

Der Klub habe bis heute keine geeigneten und zuverlässigen Informationen betreffend seiner effektiven finanziellen Situation offenbart. Noch am Dienstag hatte der Konkursrichter dem FC Biel zwei Monate Frist erteilt, um die eine Nachlassstundung anzustreben. Der umstrittene Präsident Carlo Häfeli präsentierte mit Martin von Burg einen Financier aus Grenchen, der bis am Freitag 800’000 Franken einschiessen werde, um die ausstehenden Löhne und Sozialabgaben zu begleichen.

Der Lizenzentzug hat auch Konsequenzen für die Tabelle in der Challenge League. Nachdem alle Spiele mit Bieler Beteiligung in der 2. Phase mit 0:0 und 0 Punkten gewertet werden, braucht Leader Lausanne mit 55 Punkten aus den restlichen sieben Spielen noch sechs Punkte für den Aufstieg. Verfolger Wil hat bei zwei Mehrspielen bereits zehn Zähler Rückstand und zudem die Lizenz für die Super League nicht erhalten.

Die neue Tabelle nach Biels Lizenzentzug

Rangliste: 1. Lausanne-Sport 27/55 (52:28). 2. Wil 29/45 (49:40). 3. Neuchâtel Xamax 29/43 (40:36). 4. Aarau 28/40 (33:29). 5. Winterthur 29/39 (35:41). 6. Schaffhausen 27/34 (29:36). 7. Chiasso 29/32 (34:39). 8. Wohlen 29/32 (30:42). 9. Le Mont 29/28 (30:39). 10. Biel 18/16 (28:30).

(red.)


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