Der FCZ zurück im Alltag

FCZ Cheftrainer Sami Hyypiä hat nicht alle Sorgen ablegen können
FCZ Cheftrainer Sami Hyypiä hat nicht alle Sorgen ablegen können © KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
Auf die Freude über den 3:0-Sieg im Cup-Halbfinal bei Sion folgt für den FC Zürich die Enttäuschung auf dem Fuss. Aus dem Super-League-Heimspiel gegen Thun holen die Zürcher nur ein 0:0 heraus.

Es war unverkennbar, dass der FCZ schon in der ersten Halbzeit die Begeisterung nach dem Sieg im Cup-Halbfinal in Sitten in eine Führung ummünzen wollte. Während sich die Berner Oberländer in praktisch der ganzen Partie passiv verhielten und mit der Ausnahme einer Szene von Sandro Wieser unmittelbar vor der Pause zu keiner Chance kamen, zogen die Zürcher vor allem in der ersten halben Stunde eine Art Powerplay auf.

Hauptdarsteller waren der technisch starke Dauerläufer Gilles Yapi, über den so gut wie jeder Angriff lief, und der immer stärker werdende russische Routinier Alexander Kerschakow. Erwähnt werden darf auch der oft launische Davide Chiumiento. Erstmals seit seiner Verbannung und seit seiner Begnadigung stand Chiumiento in der Startformation. Er war an vielen guten Aktionen beteiligt, mehr noch als der ebenfalls nicht enttäuschende Oliver Buff. Dennoch glich der Zürcher Auftritt im ganzen Spiel den Auftritten in vielen anderen Heimspielen dieser Saison, in denen die trotz grosser Anstrengungen nicht viel herausholten. Was herausschaute, waren eine Vielzahl von Möglichkeiten – aber weit mehr Halbchancen als Chancen.

Der Sieg bei Sion hat die Mannschaft vom Sami Hyypiä nicht über Nacht in eine Mannschaft verwandelt, die wie in manchen früheren Jahren das Geschehen in der Schweiz dominiert. Der FCZ ist, nüchtern betrachtet, vielmehr noch ein Patient im Lazarett der Abstiegskandidaten. Ohne den Wert des Erfolgs im Cup auf null stellen zu wollen, darf man sich fragen, ob das klare Ergebnis im Tourbillon (3:0) nicht mindestens zur Hälfte das Resultat einer miserablen Leistung des FC Sion war.

Für Thuns Trainer Jeff Saibene ging die Rechnung auf. Die Mannschaft hielt sich in praktisch der ganzen Partie so zurückgezogen, dass nur ein Lucky Punch zum Torerfolg hätte führen können. Bei zwei Freistössen und einer grossen Chancen unmittelbar vor der Pause kamen die Berner Oberländer der Führung recht nahe. Es wäre auf der anderen Seite interessant gewesen zu sehen, ob die Thuner bei einem Rückstand den Schalter hätten umlegen können.

Nach 80 Minuten hatten die Zürcher die vermutlich beste Chance der Partie. Thuns Goalie Guillaume Faivre wehrte den Kopfball von Innenverteidiger Leonardo Sanchez nach einem tief in den Strafraum getretenen Freistoss mit einem glänzenden Reflex ab.

Für den FCZ hat sich Thun vom anfänglichen Lieblingsgegner in einen Angstgegner verwandelt. Aus den letzten sechs Meisterschaftsspielen gegen Zürich holten die Thuner drei Siege und nunmehr drei Unentschieden heraus. Der 4:1-Sieg des FCZ im Cup-Viertelfinal in Thun vor der Winterpause steht insofern quer in der Landschaft.

Zürich – Thun 0:0

6679 Zuschauer. – SR San.

Zürich: Favre; Brunner, Sanchez, Kecojevic; Koch, Yapi, Grgic, Vinicius; Chiumiento (75. Bua), Buff; Kerschakow.

Thun: Faivre; Joss, Schindelholz, Bürki, Schirinzi; Ferreira (Glarner), Hediger, Wieser, Rojas (80. Wittwer); Buess, Munsy (72. Rapp).

Bemerkungen: Zürich ohne Etoundi, Kukeli, Schönbächler, Kleiber und Alesevic (alle verletzt). Thun ohne Zarate (krank), Lauper (verletzt), Reinmann, Siegfried und Bigler (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 45. Brunner (Foul), 91. Kecojevic (Foul).

Rangliste: 1. Basel 22/53 (56:22). 2. Grasshoppers 22/38 (51:38). 3. Young Boys 22/36 (35:25). 4. Sion 21/28 (25:29). 5. Thun 23/28 (30:36). 6. St. Gallen 21/27 (24:26). 7. Luzern 22/26 (26:33). 8. Zürich 23/22 (29:43). 9. Lugano 22/21 (31:44). 10. Vaduz 22/20 (25:36).

(SDA)


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