Der geheime Gang in Heldsberg

Der untere Teil der Festung Heldsberg ist diesen Samstag ausnahmsweise geöffnet.
Der untere Teil der Festung Heldsberg ist diesen Samstag ausnahmsweise geöffnet. © FM1Today/Vanessa Kobelt
Ein Besuch in der Artilleriefestung Heldsberg in St.Margrethen versetzt die Besucher zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diesen Samstag wird ein geheimnisvolles Tor geöffnet, das normalerweise verschlossen bleibt.

Bunkerkanonen, Munitionsdepots, Schlafräume und ein Spital. Die Räume und die Gegenstände in der Festung Heldsberg wirken geheimnisvoll. Das Festungsmuseum sorgt dafür, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.

Reise in Vergangenheit

Knapp 8000 Menschen besuchen jedes Jahr die Festung, die in einem Felsausläufer zwischen St. Margrethen und Au eingebaut ist. Freiwillige Mitarbeiter führen Gruppen durch die 1000 Meter Stollen, die tief im Berg eine Kaserne verbinden. Für Präsident Ralph Pötzsch jedes Mal eine Reise in die Vergangenheit. «Ich habe grossen Respekt vor dem was unsere Vorfahren hier geleistet haben. Es ist grossartig, dass sie so eine Festung gebaut und erhalten haben, so dass die Nachwelt einen Eindruck bekommt.»

Ein komisches Gefühl

Die Festung wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erbaut, nachdem das Nachbarland Österreich am 12. März 1938 vom Deutschen Reich besetzt wurde. Auch während des kalten Kriegs bis 1990 bliebt die Festung unter Geheimhaltung. «Es freut uns, dass sich immer noch viele Menschen für die Geschichte interessieren», sagt Ralph Pötzsch. Schulklassen, Firmen, Familien und auch Veteranen-Vereine besuchen bei Gelegenheit die Festung. Die freiwilligen Mitarbeiter des Verein Heldsberg erleben immer wieder spannende Momente mit den Besuchern. «Es gibt immer wieder Leute in der Gruppe, die mit einem komischen Gefühl herkommen oder gar nicht wirklich interessiert sind. Beim Rausgehen sind sie plötzlich begeistert und wollen sogar wiederkommen. Das ist schön mitanzusehen.»

Festung als Fitness-Training

Besonders mystisch wird ein Besuch diesen Samstag. Ausnahmsweise wird der untere Teil der Festung geöffnet. «Der Eingang zum unteren Teil ist normalerweise mit einer Gittertür verschlossen», sagt Ralph Pötzsch. Unten befinden sich einige zusätzlicher Stollen, die man normalerweise nicht sieht. Gegen 180 Treppenstufen führen hinunter zu drei verbunkerten Maschinengewehrständen. «Das geht schon fast als Fitnesstraining durch», sagt Ralph Pötzsch lachend. «Für die Gäste ist dies auf jeden Fall ein Erlebnis.»

Die besondere Attraktion hat am Samstag von 13.30 Uhr bis 16.00 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Weitere Informationen gibt es hier.

(kov)


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