Der grosse Hosenlupf

Daniel Bösch beim Schwägalp Schwingen
Daniel Bösch beim Schwägalp Schwingen © KEYSTONE/Urs Flueeler
Schwere, grosse Männer, die sich an den Hosen packen und durch das Sägemehl werfen: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest lockt jeweils hunderttausende Besucher an. 2025 soll der Grossanlass nach St. Gallen kommen. Die Verantwortlichen haben grünes Licht gegeben.

“St.Gallen erfüllt alle Voraussetzungen, um das Schwingfest 2025 einwandfrei über die Bühne zu bringen”. Das stellte heute Michael Götte, Präsident der Interessengemeinschaft gleich zu Beginn der Medienorientierung klar. Wo das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest durchgeführt werden könnte, steht ebenfalls fest. Der Westen der Stadt biete die perfekte Umgebung. Die Arena soll auf dem Breitfeld zu stehen kommen.

Hier soll das Schwingfest ausgetragen werden:

IG ESAF SG 2025

IG ESAF SG 2025

 

St.Gallen ist nicht die einzige Stadt, die sich für das Schwingfest 2025 bewirbt. Glarus und Schaffhausen wollen den Grossanlass ebenfalls durchführen. Alle drei Bewerber haben in einer Machbarkeitsstudie festgestellt, dass ein Eidgenössisches möglich wäre. Michael Götte ist sich aber sicher: Obwohl die Chancen bei 33,33 Prozent liegen, biete St.Gallen die beste Location: “Wir sind quasi mittendrin. Wie haben einen Autobahnanschluss, wir befinden uns nahe am Ausland und besitzen genügend Unterbringungsmöglichkeiten.” Wie weit die Mitbewerber mit der Planung sind, möchte Götte gar nicht wissen: “Wir konzentrieren uns auf unsere Bewerbung.”

Die Schwinger stehen hinter dem Projekt

Namhafte Schwinger wie Jörg Abderhalden und Daniel Bösch nahmen an der Medienorientierung teil. Sie sehen das Eidgenössische in St.Gallen als grosse Chance, den Sport in der Region zu fördern: “Wir haben nebst den Innerschweizern und den Bernern die besten Schwinger im Land”, sagte Abderhalden. Für ihn persönlich komme das Schwingfest zwar ein bisschen zu spät, aber das sei gar nicht so schlimm: “Ich habe stets an den regionalen Wettkämpfen schlecht abgeschnitten”, sagte und lachte.

Daniel Bösch sieht das Schwingfest gar als Möglichkeit, seine Karriere mit einem Höhepunkt zu beenden: “Ich weiss noch nicht, ob ich in neun Jahren noch schwingen werde, es wäre jedoch die perfekte Gelegenheit für ein Karriereende.” Teilnehmen werde er so oder so, als Athlet oder Zuschauer: “Es ist schon etwas Besonderes in der Region zu schwingen, die Unterstützung ist riesig.”

25 Millionen Franken soll es kosten

Konkret ist aber noch nichts. In diesem Jahr wird die Bewerbung eingereicht, eine definitive Zusage soll es frühestens im Jahr 2019 geben. “Die Delegiertenversammlung des Schwingerverbandes wird 2019 oder 2021 darüber entscheiden”, sagte Michael Götte. Dabei spiele nicht nur die Machbarkeitsstudie eine Rolle: “Wir brauchen natürlich auch ein bisschen Glück, damit die Stimmung und die Sympathie der Schwinger auf unserer Seite sind.”

Verläuft alles nach Plan, beginnt in fünf Jahren die Detailplanung. Im Moment rechnen die Verantwortlichen mit rund einer Viertelmillionen Besucher. Die Organisatoren gehen von einem Budget von 25 Millionen Franken aus.

Neue Heimat für Amphibien

Die Verantwortlichen sind optimistisch. Doch beinahe hätte ihnen ein Naturschutzgebiet einen Strich durch die Rechnung gemacht. Laut Götte konnte das Problem gelöst werden: “Wir fanden einen Weg, die Amphibien, die im Naturschutzgebiet leben, nicht zu gefährden”, sagte der IG-Präsident. Durch eine Einzäunung könne das Naturschutzgebiet klar vom Festareal getrennt werden.

 

(abl)

 


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen