Der Jodler und der Tätowierer

Von Michael Ulmann
Roman "Igel" Nüesch (links), seine Tochter und der Jodler Peter Koller, fotografiert im Garten von Roman Nüesch.
Roman "Igel" Nüesch (links), seine Tochter und der Jodler Peter Koller, fotografiert im Garten von Roman Nüesch. © Michael Ulmann / FM1Today
In Gossau findet dieses Wochenende das Nordostschweizerische Jodlerfest statt. Während den drei Tagen bis am Sonntag erwarten die Organisatoren 50’000 Besucher. Weil praktisch alle Hotels in der Region ausgebucht sind, weichen einige der rund 3000 Festteilnehmer auf Private aus. So auch Peter Koller aus Dübendorf.

Peter Koller ist 67 Jahre alt, kommt ursprünglich aus dem Appenzellerland, wohnt nun aber in Dübendorf im Kanton Zürich und ist Jodler. Zusammen mit seiner Frau und seinem Jodelchor nimmt er am Jodlerfest in Gossau teil.

Win-Win-Situation

“Urspünglich wollten wir nach den Darbietungen nach Hause nach Dübendorf fahren. Weil man aber bekanntlich mit zunehmenden Alter bequem wird, haben wir geschaut, wo es bei Privaten noch einen Platz frei hat zum Übernachten. So sind wir dann auf Roman ‘Igel’ Nüesch gekommen”, sagt der passionierte Jodler.

Es ist ein ziemlicher Gegensatz. Hier der traditionelle Jodler in der Berner Tracht, dort Roman “Igel” Nüesch, der von Kopf bis Fuss tätowiert ist. Nüesch besitzt ein Tattoo- und Piercing-Studio in Gossau. Er nehme Peter Koller und seine Frau gerne bei sich Zuhause auf und gebe ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit. Schliesslich lerne er gerne neue Menschen kennen.

Auf Polstergruppe ausweichen

Quasi über die Klippe springen musste seine Tochter. Sie stellt Peter Koller und seiner Frau vorübergehend ihr Zimmer zur Verfügung. “Das mache ich aber gerne. Nun schlafe ich halt für zwei Nächte auf der Polstergruppe. Das ist okay so”, sagt sie ganz unbescheiden.


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