“Der Kampf hat erst begonnen”

Von Leila Akbarzada
Gestern Abend wurden die Bürger von Walzenhausen erstmals öffentlich über die Unterbringung von Flüchtlingen im leerstehenden Haus “Sonnenblick” informiert. Die Debatte war zur Freude des Gemeindepräsidenten sehr sachlich geführt. Der Präsident der Petition Anwohner “Sonnenblick” ist aber nicht zufrieden.

Rund 400 Personen haben gestern Abend in der Mehrzweckhalle in Walzenhausen an der öffentlichen Diskussion um den “Sonnenblick” teilgenommen. Als “sehr guten, kultivierten Dialog” bezeichnete Matthias Weishaupt, Landamman (SP) von Appenzell Ausserrhoden, den gestrigen Abend. Die Regierung will im “Sonnenblick” über acht bis zehn Jahre 80 bis 120 Flüchtlinge unterbringen. Das war bereits bekannt.

Und die Ausserrhoder Regierung hält auch an diesem Kurs fest. Unzufrieden mit dem Verlauf des Abends ist der Präsident des Kommitees Anwohner “Sonnenblick”. “Es wurde viel geredet, aber Taten haben wir keine gesehen”, sagt er. Der Kampf habe jetzt erst begonnen. Letzte Woche hat sein Kommitee dem Landammann eine Petition mit 591 Unterschriften überreicht. In der Petition fordern die Anwohner, dass die Anzahl der Flüchtlinge auf maximal 45 beschränkt und deren Bleibedauer auf zwei Jahre verkürzt wird.

Vor der Kamera von TVO zeigen sich die Anwohner relativ offen den Flüchtlingen gegenüber. “Ich wusste nicht, dass es so viele ängstliche Einwohner in Walzenhausen gibt”, sagt eine Frau. Sie wolle wieder mehr christliche Werte im Handeln der Menschen sehen.

Es war nicht wirklich viel Neues, was die Besucher zu Ohren bekamen. Die Debatte in Walzenhausen lief denn auch auf eine Grundsatzdiskussion über Flüchtlinge hinaus. Den Nutzen des Informationsabends blieb für viele Teilnehmende schleierhaft.

Mehr zum Thema im TVO-Beitrag um 18 Uhr.

(red)


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