Der “Light”-Ausweis gefällt nicht allen

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Symbolbild © KEYSTONE/Ennio Leanza
Ab Freitag gilt eine neue Verkehrsverordnung: Statt Seniorinnen und Senioren den Fahrausweis ganz wegzunehmen, können Behörden ihnen für gewisse Bereiche des Verkehrs einen Fahrausweis ausstellen. Dies ruft widersprüchliche Reaktionen hervor.

Wer über 70 Jahre alt ist und weiterhin Auto fahren möchte, der oder die muss sich einem Fahrtauglichkeits-Test unterziehen. Die Behörden haben nun die Möglichkeit, den Ausweis auf gewisse Fahrten zu beschränken, und müssen ihn nicht mehr komplett entziehen. Dabei sind diese Beschränkungen möglich:

  • auf ein bestimmtes Rayon oder eine bestimmte Strecke (z. B. vom Wohnhaus ins Dorf)
  • auf bestimmte Zeiten (z. B. keine Nachtfahrten)
  • auf bestimmte Strassentypen (z. B. keine Autobahnen)
  • auf Fahrzeuge mit bestimmter Höchstgeschwindigkeit (z. B. 45 km/h)
  • auf Fahrzeuge mit bestimmter Ausstattung (z. B. Rückfahrkamera, Bremsassistent, etc.)

Astra: Nur bei vollständiger Fahreignung

So steht es in der revidierten Verkehrszulassungsordnung, die ab heute im Rahmen des Massnahmenpakets Via sicura in Kraft tritt. Das Bundesamt für Verkehr (Astra) möchte so den älteren Personen “die motorisierte Mobilität so lange wie möglich aufrechterhalten”. Es betont zwar, dass für Fahrten, die noch erlaubt sind, die Fahreignung vollständig gegeben sein müsse. So komme zum Beispiel ein Verbot von Nachtfahrten für Senioren infrage, die zwar tagsüber noch genügend sehen, nicht aber nachts.

“Road Cross”: Gefahr für Umgebung

Trotzdem sind Opferschutzorganisationen wie beispielsweise “Road Cross” ob diesem Fahrausweis “light” alarmiert. “Road Cross” ist eine Organisation, die sich für Betroffene von Strassenunfällen einsetzt. “Senioren, die gewisse Fertigkeiten für den Strassenverkehr nicht mehr mitbringen, sollten einfach nicht mehr fahren”, sagt Stefan Krähenbühl, Mediensprecher von “Road Cross”. Gerade in Dörfern sei das gefährlich, wo Kinder in Strassennähe spielten und viel Mischverkehr entstehe. “Dort wäre es umso wichtiger, dass man korrekt unterwegs ist.”

(lak)


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