Der Pfarrer mit dem Huhn auf dem Kopf

Das Huhn ist nicht immer nur in der Hand von Kindern.
Das Huhn ist nicht immer nur in der Hand von Kindern. © zVg
Wenn Hühner um die Beine des Pfarrers tanzen, ein Pudel den Altar bepinkelt oder ein Pferd vom Weihwasser trinkt, dann ist Tiersegnungsgottesdienst. Ein solcher fand am Wochenende im thurgauischen Degenau statt. Halleluja!

Immer dann, wenn der Franziskus seinen heiligen Tag hat, können auch die Tiere Gott ein bisschen näher sein. Zumindest in Degenau in der Gemeinde Bischofszell. Dort gibt es einen Gottesdienst nur für Tiere. Dieser findet an jedem ersten Sonntag im Oktober statt, so auch am vergangenen.

“Dieses Jahr hatten wir viele Berner Sennenhünde, auch ein Pudel war dabei und ein äusserst zahmes Huhn”, erzählt der Pfarrer Christoph Baumgartner. Die Tiere werden jeweils gesegnet. “Es ist keine Messe, es gibt weder biblische Texte noch Gebete und Lieder”, die Tiere stehen im Zentrum.

Leider musste der Gottesdienst dieses Jahr wegen des schlechten Wetters drinnen durchgeführt werden. “Wir hatten rund 35 Teilnehmer”, sagt der Pfarrer. Normalerweise würden auch Pferde, Esel, Schafe, Katzen und Geissen kommen, dieses Jahr hätten die Bauern aber wegen des schlechten Wetters verzichtet.

Einen “Saumeiss” gäbe es kaum: “Die Hunde haben noch nie nach jemandem geschnappt, es ist auch erstauntlich ruhig”, sagt der Pfarrer. Dennoch erinnert sich Christoph Baumgartner an einige kuriose Szenen: “Einmal kam einer mit einem Kübel voll Raupen, die er segnen wollte. Ein anderes Mal setzte sich während des Gottesdienstes ein Huhn auf meine Kopf.”

(abl)


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