Der Vitaparcours wird 50

Zwei Kinder im Jahr 1968 im Vitaparcours beim Zoo Zürich.
Zwei Kinder im Jahr 1968 im Vitaparcours beim Zoo Zürich. © (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)
Sport in der freien Natur ist sehr beliebt. Der Vitaparcours eignet sich daher ideal für Outdoor-Fans. Am Freitag wird der Vitaparcours 50 Jahre alt. Erfunden wurde er in der Schweiz.

1968 hat die Männerriege des Turnvereins Wollishofen ihre eigenen Übungsstationen errichtet. Für diese verwendeten sie Baumstämme, Äste und andere Objekte, die der Wald hergab, um darauf zu trainieren. Da ihre Posten aber immer wieder durch Waldarbeiter abgebaut wurden, baten sie beim Forstamt darum, einen bleibenden Parcours einrichten zu können.

Die Gemeinde gab grünes Licht und die damalige Vita-Versicherung, die später von der Zurich-Versicherung übernommen wurde, konnte als Sponsor gewonnen werden. Daher kommt auch der Name Vita-Parcours. Am 18. Mai 1968 wurde der allererste Vita-Parcours in der Nähe des Zoos Zürich eröffnet. Er ist 2,2 Kilometer lang.

Heute ist die Zurich Versicherung Hauptsponsor der Zurich Vitaparcours. Die Leitung Zurich Vitaparcours, eine Abteilung von Radix, Schweizerische Gesundheitsstiftung, arbeitet im Auftrag der Stiftung Vita Parcours und ist verantwortlich dafür, dass alle Parcours in der Schweiz funktionieren.

Die verschiedenen Parcours haben lokale Trägerschaften, die für den Unterhalt und die Erneuerung zuständig sind. Meist werden die Parcours von Gemeinden, Sportvereinen, Tourismusverbänden oder vom Zivilschutz instand gehalten.

Auch bei Familien beliebt

Doch nicht nur Sportler fanden Gefallen an dieser Art von Training. «Ursprünglich hat man nicht damit gerechnet, dass dieses Angebot so viele Menschen ansprechen würde. Zu Beginn ging man davon aus, dass das Angebot nur von den gut trainierten Sportlern genutzt werden würde. Schnell hat man aber festgestellt, dass auch Familien und solche, die weniger sportlich sind, das Angebot schätzen», sagt Barbara Baumann, Leiterin von Zurich Vitaparcours.

So wurden die Übungen schon 1972 so angepasst, dass sie für alle machbar waren. Bereits 1973 wurde der 100. Vita-Parcours eröffnet und 1990 gab es bereits den 500. Parcours. Das deutsche Pendent zum Vitaparcours ist der Trimm-dich-Pfad. Diese Pfade entstanden ab 1970.

Barbara Baumann, Leiterin Zurich Vitaparcours. Bild: zVg

Übungen noch zeitgemäss

In der Schweiz gibt es heute rund 500 dieser Trainingsstrecken. «Wir erhalten jedes Jahr Anfragen für den Bau neuer Vitaparcours, das zeigt, wie beliebt sie sind. Auch die Rückmeldungen der Nutzer sind durchwegs positiv», sagt Baumann. Weltweit gesehen befindet sich ein Fünftel der Trimm-dich-Pfaden oder Vitaparcours in der Schweiz.

Das Konzept wurde zuletzt im Jahr 1997 erneuert. «Die Übungen sind noch zeitgemäss. Mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren, liegt heute absolut im Trend, so sind die Übungen also topaktuell. Sie werden aber laufend geprüft», sagt Baumann.

Rund um die Uhr trainieren

Ein Vitaparcours hat 15 verschiedene Posten und 43 Übungen, an denen man Ausdauer, Geschicklichkeit, Kraft und Beweglichkeit trainieren kann. Es gibt auch Kurzparcours mit sechs Posten. In den 1970er-Jahren wurde es immer beliebter, den Vitaparcours zu nutzen. Dieser Trend hat nicht abgenommen.

«Es gibt immer Trends, die kommen und gehen, beim Vitaparcours hat die Beliebtheit nie abgenommen. Genaue Zahlen zur Nutzung gibt es aber nicht, da die Parcours rund um die Uhr besucht werden können. Man weiss aber, dass Vitaparcours die gut erreichbar und nicht zu anstrengend sind, sehr gut frequentiert sind», sagt Baumann.

Das Bundesamt für Sport hat 2014 eine Onlinebefragung durchgeführt. Diese zeigt, dass über die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer schon einmal einen Vitaparcours absolviert hat.

Drei Prozent nutzen das öffentliche Angebot einmal in der Woche. Alle aus der Bevölkerung, die fit werden oder bleiben wollen, können dort rund um die Uhr ihre Grundfitness aufrechterhalten.

(str)


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