Desolate Tessiner taumeln

Für Luganos Trainer Zdenek Zeman (2. von links) wird die Luft nach der dritten klaren Niederlage dünn
Für Luganos Trainer Zdenek Zeman (2. von links) wird die Luft nach der dritten klaren Niederlage dünn © KEYSTONE/TI-PRESS/FRANCESCA AGOSTA
Lugano taumelt dem Abgrund entgegen. 1:4 unterliegen die chancenlosen Tessiner dem entrückten Leader Basel. 1:17 lautet das Torverhältnis ihrer vergangenen drei Chaos-Spieltage.Nicht einmal das Minimalziel erreichten die Luganesi nach zuletzt zwei desaströsen Auftritten.

Sie hatten sich vorgenommen, gegen den FCB wenigstens ein weiteres Debakel abzuwenden. Es blieb bei der wertlosen Absichtserklärung, die Bianconeri erlitten eine nächste Abreibung.

Knapp sechs Wochen vor dem Cupfinal ist die Lage in der Südschweiz delikat. 2016 wird der FC Lugano regelrecht durchgereicht. Die Kontrahenten veranstalten gegen den überforderten Aufsteiger eigentliche Wettschiessen: YB genügten am letzten Samstag (7:0) 32 Minuten zur 4:0-Führung, der FCB benötigte für das gleiche Zwischenergebnis 44, Sion auf dem Weg zum 6:0 lediglich 48 Minuten.

Der designierte Champion erledigte die Pflicht mit einer frühen Doublette im Energiesparmodus. Birkir Bjarnason markierte drei Tage nach dem 1000. nun auch das 1001. Super-League-Tor, in der 13. Minute erhöhte der 38-jährige Ex-Champions-League-Sieger Walter Samuel auf 2:0. Obschon der seit bald fünf Monaten ungeschlagene Titelhalter auf rund 50 Prozent verletzte oder gesperrte Stammkräfte verzichten musste, beherrschte er den hilf- und mittellosen Herausforderer nach Belieben.

Präsident Angelo Renzetti mochte im Vorfeld keine Trainerdebatte anstossen. In der sportlich schwierigsten Phase seit seinem Einstieg vor drei Jahren wird der prominente Mister wohl eher früher als später zum Thema, auch wenn sich der Betroffene die Krise nicht anmerken lässt.

Zdenek Zeman, das sture Unikum mit 34-jähriger Vergangenheit im italienischen Calcio, nimmt den dramatischen Niedergang stoisch hin. Er käme auch nach einer Flut von Gegentoren und einem kollektiven Abwehrversagen nicht auf die Idee, von seinem (zu) offensiven 4-3-3-Plan abzurücken.

Druck von aussen hat der Trainer-Maestro mangels Interesse an seiner Squadra nicht zu befürchten. Im Quartier Cornaredo sind die Eishockey-Profis die Stars, die am Vorabend gegen den SC Bern zwar die Meisterschaft, aber nicht den Zuspruch ihrer stimmgewaltigen Curva Nord verloren.

Derweil in der ausverkauften Resega Sport auf höchstem Niveau geboten wurde, betrieb der Tabellenletzte im baufälligen Stadion vor knapp 3000 Zuschauern abermals keine Werbung in eigener Fussballsache.

Lugano – Basel 1:4 (0:4)

3085 Zuschauer. – SR Fähndrich. – Tore: 10. Bjarnason (Samuel) 0:1. 13. Samuel (Freistoss Zuffi) 0:2. 22. Delgado (Handspenalty/Bjarnason) 0:3. 44. Itten (Traoré) 0:4. 47. Culina (Anastasios Donis) 1:4.

Lugano: Salvi; Veseli, Urbano, Datkovic, Jozinovic; Rey (46. Alioski), Piccinocchi, Crnigoj; Culina, Anastasios Donis (68. Rossi), Bottani (46. Sabbatini).

Basel: Vaclik; Aliji, Xhaka, Samuel, Traoré; Fransson, Zuffi; Steffen (46. Boëtius), Delgado (66. Callà), Bjarnason (81. Hunziker); Itten.

Bemerkungen: Lugano ohne Tosetti, Padalino (beide verletzt), Christos Donis, Djuric (nicht im Aufgebot), Basel ohne Embolo, Safari, Suchy (alle gesperrt), Akanji, Degen, Hoegh, Janko, Lang, Sporar (alle verletzt). Super-League-Debüt von Hunziker. Verwarnungen: 21. Veseli (Hands), 41. Rey, 54. Urbano (beide Foul).

Super League. Nachtragsspiele vom Mittwoch: Sion – St. Gallen 1:1 (0:1). Lugano – Basel 1:4 (0:4).

Rangliste: 1. Basel 27/66 (69:27). 2. Young Boys 27/48 (53:33). 3. Grasshoppers 27/42 (57:46). 4. Sion 27/38 (38:35). 5. Luzern 27/34 (37:42). 6. Thun 27/33 (34:40). 7. St. Gallen 27/31 (31:41). 8. Zürich 27/29 (40:49). 9. Vaduz 27/24 (29:46). 10. Lugano 27/24 (34:63).

(SDA)


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