Deutschland wehrt Flüchtlinge ab

Flüchtlinge in der Schweiz wollen nicht selten weiter nach Deutschland.
Flüchtlinge in der Schweiz wollen nicht selten weiter nach Deutschland. © (KEYSTONE/TI-PRESS/Francesca Agosta)
Deutschland verstärkt offenbar den Schutz seiner Grenze zur Schweiz. Die deutschen Behörden hätten in den letzten Wochen rund 90 Grenzwächter und 40 Bundespolizisten zusätzlich an diesen Grenzabschnitt delegiert, berichtet die “NZZ am Sonntag” unter Berufung auf Bundesrat Ueli Maurer.

Grund für die Entwicklung ist offenbar die Sorge davor, dass die Schweiz zu Transitland für Flüchtlinge werden könnte. So gab die deutsche Bundespolizei an, seit Jahresbeginn seien 3385 Personen illegal aus der Schweiz nach Deutschland gelangt, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit die Balkan-Route weitgehend geschlossen ist, bietet sich die Schweiz als alternative Route an.

Engere Zusammenarbeit mit Italien

Es gibt aber auch die andere Seite: Zahlreiche Flüchtlinge warten derzeit an der Grenze zur Schweiz im italienischen Como. Doch das Grenzwachtkorps schickt die Migranten konsequent zurück. Seitdem sich Bundesrat Ueli Maurer Anfang Juli mit dem italienischen Innenminister Angelino Alfano besprochen hat, funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Italien und der Schweiz beim Grenzsschutz laut Maurer “hervorragend” – sprich: Italien hält viele Flüchtlinge im eigenen Land zurück. Welche genauen Aussagen Maurers bei Alfano auf Verständnis gestossen sind, ist nicht bekannt. Man habe gemeinsame Interessen definiert, sagte Maurer.

(SDA/red)


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