Buchmarkt mit weniger Umsatz

Für viele noch immer ein Ort zum Eintauchen: der Stauffacher in Bern, der zur Orell Füssli Thalia AG gehört. Doch der Negativtrend im Buchhandel - auch jenem der Deutschschweiz - hält weiter an. (Archivbild)
Für viele noch immer ein Ort zum Eintauchen: der Stauffacher in Bern, der zur Orell Füssli Thalia AG gehört. Doch der Negativtrend im Buchhandel - auch jenem der Deutschschweiz - hält weiter an. (Archivbild) © Keystone/Peter Schneider
Seit Jahren werden immer weniger Bücher verkauft. Nun hat sich im vergangenen Jahr der Negativtrend in der Deutschschweiz leicht abgeschwächt. Der Umsatzrückgang der gedruckten Bücher betrug 2017 2,9 Prozent, 2016 waren es noch 4,2 Prozent.

Die aktuellen Zahlen seien das Resultat von «weniger verkauften Büchern zu einem etwas geringeren Preis», teilte der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) am Donnerstag mit. Die Analyse von GfK Entertainment umfasst im Geschäft und online gekaufte Bücher.

Im Gegensatz zu anderen Detailhandelsbranchen sei der Umsatzrückgang nicht auf eine Verlagerung des Marktes hin zum Onlinehandel zurückzuführen, erläutert der SBVV: «Diesen Strukturwandel hat der Buchhandel bereits hinter sich.»

Ein Blick in den «Marktreport 2017» des Deutschschweizer Buchmarktes zeigt, dass der Bereich Hörbuch erneut massiv an Umsatz verloren hat: Im Vergleich zum Vorjahr wurde 2017 11,4 Prozent weniger Umsatz erzielt. Im Gegensatz dazu blieben die Zahlen der gebundenen Bücher sowie der Taschenbücher relativ stabil bei einem Rückgang von 2,9 beziehungsweise 1,5 Prozent.

Die Analyse wirft auch einen umfassenden Blick weiter zurück: In den letzten zehn Jahren kumulierten sich die Umsatzverluste im Deutschschweizer Buchhandel auf rund 25 Prozent.

Knapp 15 Millionen gedruckte Bücher gingen 2017 in der Deutschschweiz über den Ladentisch oder landeten im Briefkasten. Rund ein Drittel davon waren Romane, knapp 23 Prozent Sachbücher und 21,4 Prozent Kinder- und Jugendbücher. Die restlichen verkauften Bücher stammen aus den Bereichen Reisebücher, Fachbücher oder Unterrichtsbücher. Den stärksten Rückgang verzeichnen die Kinder-und Jugendbücher: Es wurden 7 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr.

Die Verteilung zwischen stationärem und Online-Handel ist laut dem SBVV in etwa stabil geblieben: Jedes vierte gedruckte Buch wird online bestellt. In der Statistik werden die Umsätze von E-Books nichts separat ausgewiesen. Man schätze aber, dass der Marktanteil weiterhin unter zehn Prozent liege, erklärt der Verband in seinen Erläuterungen.

Zu den meistverkauften Titeln zählten 2017 Martin Suters «Elefant», Dan Browns «Origin», diverse Elena-Ferrante-Romane sowie Werke von Franz Hohler, Jonas Lüscher oder Rolf Dobelli.

(SDA)


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