Julius Bär mit starkem Gewinnrückgang

Das Bankhaus Julius Bär hat aufgrund der Strafe im US-Steuerstreit einen Gewinnrückgang erlitten.
Das Bankhaus Julius Bär hat aufgrund der Strafe im US-Steuerstreit einen Gewinnrückgang erlitten. © KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Die Julius-Bär-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch um fast 70 Prozent auf 123 Millionen Franken erlitten. Hauptgrund dafür war die erzielte Einigung mit den US-Behörden im Steuerstreit.

Diese Vereinbarung, die laut einer Medienmitteilung der Bank vom Montag noch durch eine Gerichtsverhandlung bestätigt werden muss, soll zu einer Strafzahlung von umgerechnet rund 521 Millionen Franken führen. Die Bank hat im Jahresabschluss 2015 bereits eine entsprechende Rückstellung gebildet, welche nun den Gewinn stark reduziert hat.

Trotz des Gewinnrückgangs schlägt die Bank der Generalversammlung vom 13. April 2016 eine Erhöhung der Dividende um 10 Prozent auf 1.10 Franken je Aktie vor.

Die verwalteten Vermögen erhöhten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 3 Prozent auf zirka 300 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss war besonders stark aus Asien, dem Nahen Osten, Israel und von den inländischen Geschäften in Monaco, Deutschland sowie der Schweiz.

Die Erträge der Bank erhöhten sich um 6 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Franken. Die adjustierte Kosten-Ertrags-Relation, ein Massstab für die betriebliche Effizienz, lag 2015 bei 67 Prozent und damit innerhalb der angestrebten Spanne von 65 bis 70 Prozent.

Gleichzeitig mit der Publikation der Jahresergebnisse 2015 gab Julius Bär bekannt, zwei Anpassungen in der Steuerung des Geldhauses vorzunehmen. Erstens hat die Beurteilung der jüngsten operativen Performance der Bank ergeben, den mittelfristigen Zielbereich für die adjustierte Kosten-Ertrags-Relation von 65 bis 70 Prozent auf 64 bis 68 Prozent abzusenken. Die Zielbereiche für die Vorsteuermarge (mindestens 30 Basispunkte) und die Netto-Neugeldzuflüsse (4 bis 6 Prozent) bleiben bestehen.

Zweitens wird eine neue Untergrenze für die Kapitalquote (BIS CET1) von 11 Prozent eingeführt, wobei die bisherige Untergrenze der Gesamtkapitalquote (BIZ) von 15 Prozent unverändert bleibt. Im Jahr 2015 betrugen die entsprechenden Werte rund 18 beziehungsweise 19 Prozent, was eine gute Kapitalisierung der Bankgruppe signalisiert.

(SDA)


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