Die Berner Narren trotzen dem Regen

Farbtupfer im Regengrau: die Berner Fasnächtler liessen sich trotz schlechten Wetters die Laune nicht verderben.
Farbtupfer im Regengrau: die Berner Fasnächtler liessen sich trotz schlechten Wetters die Laune nicht verderben. © Therese Hänni, sda
In Bern ist derzeit der Bär los, oder besser gesagt die Fasnacht. Tausende Schaulustige haben am Samstag den grossen Fasnachtsumzug verfolgt und sich nicht vom schlechten Wetter vergrämen lassen.

Über der Berner Altstadt hingen nämlich regenschwere, graue Wolken, die Konfetti klebten auf dem nassen Kopfsteinpflaster und die bunten Fasnachtskostüme verschwanden unter Plastikpellerinen. Vom Himmel prasselten dicke, schwere Regentropfen.

Petrus, so hatte man den Eindruck, ist definitiv kein Berner Fasnächtler. Die vielen Schaulustigen, die sich unter den Altstadtlauben drängten, hingegen schon. Sie liessen sich die Laune nicht verderben, witzelten, tänzelten im Rhythmus der Guggenmusik, warfen mit bunten Papierschnitzeln um sich und genossen ausgelassen die närrischen Tage in der Bundesstadt.

Rund 50 Guggen und Fasnachtsgruppen beteiligten sich am grossen Umzug, darunter altbekanntes Berner «Fasnachts-Inventar» wie die Bäregrabeschränzer, die Mutzopotamier oder die Schlimmphoniker.

Zur Fasnacht gehören natürlich auch die Schnitzelbänke, die das aktuelle Geschehen spitzzüngig kommentieren. «Tüüü, taaa, tooo, d’Poscht chlaut oo», reimte beispielsweise die «Gwundernase».

Die drei Musketiere nahmen sich den Essgewohnheiten an: «i bschtelle Filet i dr Beiz, d Veganer luege mit Verdruss. I has du gässe, stängligse, duss bi de Roucher uss.»

Die Berner Fasnacht ist nach Basel und Luzern die drittgrösste der Schweiz. Erste historische Belege für eine Fasnacht in Bern gibt es bereits im frühen 15. Jahrhundert. Mit der Reformationszeit verstärkte sich die Fasnachtsfeindlichkeit der bernischen Obrigkeit.

Es gab verschiedentlich Versuche, in Bern wieder eine Fasnacht zu etablieren. Dies gelang aber erst 1982.

(SDA)


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