Daniel Bösch gewinnt das Schwägalp-Schwinget

Der St.Galler Daniel Bösch gewinnt den Schlussgang gegen den Berner Thomas Sempach.
Der St.Galler Daniel Bösch gewinnt den Schlussgang gegen den Berner Thomas Sempach. © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Es ist jeweils das Schwing-Highlight in der Ostschweiz: Das traditionelle Schwägalp-Schwinget. Gestern Sonntag galt es für die ganz Bösen wieder ernst und sie stiegen in die Zwilchhosen. Nach 2015 ging Daniel Bösch zum zweiten Mal als Sieger hervor.

Das Schwägalp-Schwinget 2017 ist die Hauptprobe für das Schwing-Highlight des Jahres, das Unspunnen-Schwinget in Interlaken vom nächsten Wochenende. Für das Bergfest haben sich 90 Schwinger angemeldet. 13’250 Besucherinnen und Besucher verfolgen das Spektakel live auf knapp 1300 Metern über Meer – ein neuer Besucherrekord. Auch das Wetter spielte mit, es blieb trocken und die Sonne meldete sich ab und zu mit ein paar warmen Sonnenstrahlen.

Daniel Bösch gewinnt problemlos

Für den St.Galler Bösch Daniel vom Schwingklub Wil lief alles nach Plan, er erreichte den Schlussgang ohne Probleme. Im Schlussgang selbst liess er sich den Sieg nicht mehr nehmen und drehte seinen Gegner Thomas Sempach aus Bern nach rund sechs Minuten auf den Rücken.

Daniel Bösch wurde zuerst von Sempach übers Knie gelegt, er konnte sich allerdings auf den Bauch drehen und den Sägmehl-Kreis verlassen. Bei dieser Aktion verlor Bösch seinen Ohrschutz. Ohne Schutz, aber voller Entschlossenheit griff Bösch seinen Konkurrenten erneut an den Schwingerhosen und drehte ihn gekonnt auf den Rücken.

Bösch war einer der Favoriten

Aus nordostschweizer Sicht waren die Favoriten am gestrigen Sonntag Daniel Bösch und die beiden Vorjahressieger Armon Orlik und Samuel Giger. Knapp am Schlussgang vorbei gerasselt ist Orlik Armon. Er war zwar punktegleich mit Thomas Sempach, allerdings bekam er die schlechteren Noten und verlor die Direktbegegnung. Trotzdem hätte er das Schwägalp-Schwinget noch gewinnen können, nämlich dann, wenn sich Bösch und Sempach gestellt hätten.

Weniger optimal lief das Schwägalp-Schwinget für Samuel Giger, schon früh schied er im Rennen um den Titel aus. Einen ersten Dämpfer gab es auch früh für Martin Hersche. Der Appenzeller musste auf der Schwägalp verletzt aufgeben.

Der 27-Jährige, zuletzt Sieger am Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Therwil BL, gewann auf der Schwägalp die ersten zwei Gänge, bevor er mit einer Verletzung am linken Knie aufgeben musste. Ob er die Teilnahme am Unspunnen-Schwinget verpassen wird, ist offen.

Verletzung setzt auch Zwyssig ausser Gefecht

Auch Raphael Zwyssig, ein weiterer eidgenössischer Kranzschwinger aus dem Appenzellischen, musste seinen Wettkampf auf der Schwägalp abbrechen. Er hatte eine Fingerverletzung erlitten.

Zu den Überraschungen des Festes gehörte der Sieg des 19-jährigen Lario Kramer aus Galmiz bei Murten über den Bündner Eidgenossen Domenic Schneider. Zusammen mit dem ebenfalls jungen Steven Moser könnte Kramer dem gebeutelten Südwestschweizer Verband in den nächsten Jahren wieder etwas von der vor langem verloren gegangenen Schlagkraft verleihen.

(uli/enf/SDA)


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