Mit dem Pokal in die Saison starten

Voller Tatendrang voran: Bayern München startet mit dem Cupspiel in Chemnitz in die Pflichtspielsaison
Voller Tatendrang voran: Bayern München startet mit dem Cupspiel in Chemnitz in die Pflichtspielsaison © KEYSTONE/EPA/FRIEDEMANN VOGEL
Beim FC Bayern München zeigt die Formkurve nach oben. Nach dem Sieg im Supercup gegen Dortmund soll im Cup in Chemnitz ein klarer Erfolg im ersten Pflichtspiel der Saison her.

Eine Woche vor dem Start zur Bundesliga stehen für die Klubs in Deutschland die ersten Pflichtspiele der Saison auf dem Programm. Traditionsgemäss beginnt es mit der 1. Runde im Cup. Bei Meister Bayern München sehen sie diesen ersten Auftritt am Samstag (15.30 Uhr) beim Drittligisten Chemnitz genauso wie das erste Meisterschaftsspiel vom kommenden Freitag gegen Bayer Leverkusen «noch als verlängerte Saisonvorbereitung».

Das war in den letzten Jahren nicht anders – und trotzdem liegt das letzte Ausscheiden in der 1. Cup-Runde weit zurück. 1994 verloren die Bayern unter Giovanni Trapattoni beim damaligen TSV Vestenbergsgreuth (heute Greuther Fürth) sensationell 0:1. Gedanken an ein Scheitern in Chemnitz sind jedenfalls weit weg. «Die Woche war gut, wir haben gut trainiert und der Sieg im Supercup gegen Borussia Dortmund hilft uns, mehr Selbstvertrauen zu kriegen», sagte Trainer Carlo Ancelotti.

Der Sieg in Dortmund hat dem Italiener gutgetan, nachdem er im Anschluss an eine Serie von schwachen Testspielen mit teilweise deutlichen Niederlagen gegen Milan, Inter Mailand, Liverpool und Napoli harsch kritisiert worden war. Vor dem Cup-Spiel in Chemnitz lichten sich nun auch die Reihen im Münchner Lazarett. Arjen Robben und David Alaba sind wieder dabei, bis zum Saisonstart in der Bundesliga dürfte auch Torhüter Manuel Neuer wieder fit sein.

Noch nicht ganz fit ist derweil bei Schalke der Schweizer Stürmer Breel Embolo. Der Basler gab vor zwei Wochen in einem Testspiel gegen Neftschi Baku zwar sein Comeback, ist für ein Pflichtspiel wie am Montag im Cup gegen den Berliner FC Dynamo (18.30 Uhr) aber noch nicht bereit; noch immer trainiert Embolo nur eingeschränkt. Bei Schalke hoffen sie, dass Embolo in rund einem Monat – nach der Nationalmannschaftspause von Ende August/Anfang September – wieder von Beginn weg eingesetzt werden kann.

Der im Sommer von den Young Boys zu RB Leipzig gewechselte Torhüter Yvon Mvogo wird am Sonntag (15.30 Uhr) gegen den württembergischen Sechstligisten Sportfreunde Dorfmerkingen ebenfalls nicht dabei sein. Nachdem Trainer Ralph Hasenhüttl den Konkurrenten Peter Gulasci zur Nummer 1 erklärt hat, ist ungewiss, ob Mvogo die Reise nach Baden-Württemberg zumindest als Ersatzkeeper mitmachen kann. Der Freiburger ist angeschlagen und trainierte auch am Freitag nicht mit dem Team.

Während in Frankreich die 2. Runde der Ligue 1 mit dem zumindest formell möglichen Debüt von Neymar für Paris St-Germain beim Gastspiel in Guingamp ansteht und in England die Premier League mit der 1. Runde startet, werden in Italien und Spanien vorerst noch die Titel im Supercup ausgespielt. Juventus Turin trifft am Sonntag (20.45 Uhr) als Doublegewinner in Rom auf den Cupfinal-Gegner Lazio Rom. Dem Schweizer Stephan Lichtsteiner dürfte dabei bloss eine Ersatzrolle zukommen. Trainer Massimiliano Allegri, der dieser Tage zugab, dass er nach dem 1:4 im Final der Champions League gegen Real Madrid Rücktrittsgedanken gehegt habe, wird wohl dem italienischen Internationalen und von Milan verpflichteten Mattia de Sciglio den Vorzug geben.

Deutlich mehr Brisanz als in Italien birgt der Vergleich zwischen Meister und Cupsieger in diesem Jahr in Spanien. Am Sonntag (22.00 Uhr) steigt in Madrid der nächste «Clasico» zwischen Real Madrid (Meister) und dem FC Barcelona (Cupsieger). Während Real mit dem Gewinn des europäischen Supercups bereits den ersten Titel der Saison gewonnen hat, steht der FC Barcelona vor dem Spiel 1 nach Neymar.

Einen Nachfolger für den Brasilianer haben die Katalanen noch nicht präsentiert, denn die Verhandlungen mit den Wunschspielern Ousmane Dembélé (Borussia Dortmund) und Philippe Coutinho (FC Liverpool) gestalten sich schwierig.

Gegen Real dürfte deshalb wohl Gérard Deulofeu die linke Seite in der Offensive besetzen. Der eigene Nachwuchsspieler ist nach einer guten Rückrunde bei der AC Milan nach Barcelona zurückgekehrt. Die Spanier haben von einem Rückkaufsrecht gegenüber dem früheren Besitzer Everton Gebrauch gemacht.

Beim Hinspiel in Barcelona wird auf Seiten von Real Cristiano Ronaldo – wie schon im europäischen Supercup gegen Manchester United – bloss zu einem kurzen Einsatz gelangen. Im Rückspiel am Mittwoch ist für den Weltfussballer eine Spielzeit von immerhin rund 60 Minuten vorgesehen. Keine Teilzeitarbeit ist von Lionel Messi zu erwarten Barcelonas Superstar brennt richtiggehend auf einen Einsatz. Schliesslich hat er seit fast fünf Jahren vor eigenem Publikum gegen Real Madrid nicht mehr getroffen.

(SDA)


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