Die «Electro-Lady» aus dem Rheintal

Von Vanessa Kobelt
Eleonora Gamber wird im Rheintal auch Electro-Oma genannt.
Eleonora Gamber wird im Rheintal auch Electro-Oma genannt. © zVg.
Sie ist deutlich älter als ihr Publikum, trotzdem bringt sie Partys zum Kochen. Eleonora Gamber, alias «DJane Lindyhopp», legt Musik auf aus Leidenschaft und wird liebevoll «Electro-Oma» genannt.


Ihre blauen Augen strahlen, wenn sie über die Arbeit am Mischpult spricht. «Wenn ich auflege, dann bin ich Musikerin und trage meine Leidenschaft nach aussen», sagt Eleonora Gamber. Sie ist 60 Jahre alt, DJane und legt unter dem Namen «DJane Lindyhopp» Electroswing in Clubs auf.

Selbst ist die Frau

Eleonora Gamber wohnt in St.Margrethen und kommt ursprünglich aus Wil. Schon als junges Mädchen war sie von der DJ-Szene fasziniert. «Mein Bruder war selber DJ und nahm mich in Wil in die Clubs mit. Daraufhin wollte ich selbst hinter den Mischpult.» Sie lernte mit Platten aufzulegen und war einige Zeit international in Houseclubs unterwegs. So hat sie schon in Clubs in Paris, Wien, Bukarest oder Marseille aufgelegt. Ausserdem gab sie DJ-Workshops für Jugendliche, bevor sie eine längere Pause machte. Seit sechs Jahren ist Eleonora wieder zurück an den Musikknöpfen. «Meine Freunde haben mich dazu ermutigt. Sie sagten mir, ich hätte in der Szene gefehlt.»

Electroswing macht happy

Seit ihrer Rückkehr legt Eleonora Gamber nur noch Electroswing auf. «Die Menschen müssen immer lachen, wenn sie dazu tanzen. Electroswing macht fröhlich. Ausserdem ist er generationenübergreifend.»

Das muss er auch sein, denn DJane Lindyhopp legt häufig Musik für ein wesentlich jüngeres Publikum auf. Stören tut sie das aber gar nicht. «Es freut mich einfach, dass die Jungen zu dieser Musik abgehen.»

Hunderte Selfies

Als 60-jährige DJane fällt Eleonora hinter dem Mischpult auf. «Die Jüngeren Party-Gänger kommen oft zu mir und wissen nicht ob sie mich Duzen oder Siezen sollen», sagt sie lachend. «Die meisten sind danach richtige Fans – ich musste schon hunderte von Selfies machen.»

Dass Eleonora Gamber im Rheintal «Electro-Oma» genannt wird, nimmt sie gelassen. «Ich weiss, dass ich nicht mehr 20 Jahre alt bin. Aber ich weiss auch, dass ich etwas kann und das ist wichtig.» Auf die Sprüche von den Jungen reagiert Eleonora ausserdem mit Humor. Erst vor Kurzem rief einer: «Du Muatter, chömmer es Bild macha?» «Klar», sagte sie, «chum nur mis Kind».

Nächte durchmachen

Die Lady, wie sie sich selbst nennt, erscheint jung und frisch, mit ihrer offenen und lockeren Art. Sie liebt die Nacht und tanzt sie gerne am Mischpult durch. «Einzig die Füsse tun mir manchmal weh. Solange ich aber am nächsten Tag nicht früh raus muss, macht mir das Auflegen in der Nacht nichts aus. Ich schlafe dann halt bis am Mittag am nächsten Tag.»

Electro-Oma noch mit 70 Jahren

Pläne für neue Herausforderungen hat Eleonora schon, sie möchte dem Après-Ski eine neue Musik-Note verpassen. «Nach dem Skifahren zu Electroswing tanzen, fände ich eine geniale Abwechslung zur typischen Apés-Ski-Musik.»

Und wie sieht es in Zukunft aus, wird die Electro-Oma auch mit 70 Jahren noch am Start sein? «Das weiss ich nicht», sagt sie schmunzelnd. «Wenn es mir gesundheitlich gut geht und ich noch gefragt bin, kann ich mir das schon vorstellen. Ich möchte einfach tun, was mir Spass macht, es gibt mir so viel Energie.»

(kov)


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