Die erste «Grande notte ticinese»

Luganos Stürmer Alessio Bertaggia erzielte am Montag das wegweisende 2:0. Nachher sagte Bertaggia: "Wir haben den Reset-Button gefunden und gedrückt"
Luganos Stürmer Alessio Bertaggia erzielte am Montag das wegweisende 2:0. Nachher sagte Bertaggia: "Wir haben den Reset-Button gefunden und gedrückt" © KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI
Am Ende des dritten Playoff-Finals jubelt erstmals Lugano. «Jetzt kommen wir!», so der Tenor der Luganesi, denn «wir haben», so Alessio Bertaggia, «den Reset-Button gefunden und gedrückt.» Die Resega war ausverkauft und ein Tollhaus. Die Stimmung auf den Rängen betäubte die Ohren.

Zwei Tessiner (Raffaele Sannitz und Alessio Bertaggia) erzielten die ersten beiden Tore. Kein Wunder sprach am Ende Luganos Bürgermeister Roberto Badarocca von einer grossen Tessiner Nacht. Badarocca glaubt daran, dass Lugano wie im Halbfinal gegen Biel nach einem 0:2-Rückstand die Wende wieder schafft und einen Titel in seine Sportstadt holt, was den Stadion- und Hallenprojekten Luganos nur gut tun würde.

Was war diesmal anders als in den Spielen 1 und 2? «Wir haben viel mehr Schüsse blockiert und noch härter gearbeitet», meinte Alessio Bertaggia. «Wir machten diesmal alles richtig. Heute waren wir ein richtiges Team», sagte Stefan Ulmer. Und Thomas Wellinger stellte fest, dass «wir diesmal unser Spiel durchziehen konnten. Wir hatten keinen Durchhänger wie noch am Samstag in Spiel 2. Wir sind eine famose Gruppe. Wir geben niemals auf.»

Trotz des 3:0 – auch Spiel 3 war wieder eine ausgeglichene Angelegenheit. Wer weiss, wie die Partie gelaufen wäre, hätte Pius Suter nach zwölf Minuten die ZSC Lions in Führung gebracht (Pfosten). Die ZSC Lions schossen erneut öfter aufs Tor als Lugano (29:21). Wellinger: «Die Zürcher sollen nur aus allen Lagen schiessen. Ich denke, aus dem Slot heraus hatten wir die grössere Anzahl guter Möglichkeiten.»

Die ZSC Lions können die erste Finalniederlage gegen Lugano noch auf die leichte Schulter nehmen. «Hätte man uns eine 2:1-Führung nach drei Spielen angeboten, wir hätten das vermutlich angenommen», sagte Captain Patrick Geering. Der Internationale denkt nicht, dass das Momentum in Spiel 3 für längere Zeit die Seite gewechselt hat. Geering: «Wir sind heute an einem überragend aufspielenden Goalie gescheitert. Wir brachten unsere Torchancen nicht rein, Lugano dagegen hat drei Tore erzielt. Aber wir müssen sofort nach vorne schauen. Bei vier Spielen innerhalb von sechs Tagen ist die Erholung extrem wichtig. Am Mittwoch geht es weiter, und da werden wir dafür sorgen, dass die Vorteile weiter auf unserer Seite bleiben.»

Lugano hofft auf das Gegenteil. «Uns fehlt noch ein Sieg im Hallenstadion. Den wollen wir am Mittwoch holen», verspricht Luganos Coach Greg Ireland. «In Spiel 3 wurden wir für unsere harte Arbeit belohnt. Wir spielten intelligent, smart, jeder kämpfte für jeden, wie es in einer grossen Familie der Fall sein muss. Wenn wir weiter das machen, was wir machen müssen, dann werden wir auch in Zürich gewinnen.»

(SDA)


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