Die ersten minderjährigen Flüchtlinge ziehen ein

Im ehemaligen Thaler Internat Marienburg sollen bis zu 120 UMAs untergebracht werden.
Im ehemaligen Thaler Internat Marienburg sollen bis zu 120 UMAs untergebracht werden. © © Peer Füglistaller / TAGBLATT
Bis zu 120 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen ins ehemalige Thaler Internat Marienburg ziehen. Das sieht der Plan der St.Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) vor.

Am Dienstag sind die ersten zwanzig unbegleiteten minderjährigen Asylsuchende (UMAs) ins ehemalige Thaler Internat Marienburg eingezogen. “Es ist wichtig, dass die minderjährigen Asylsuchenden jetzt möglichst schnell Deutsch lernen”, sagt VSGP-Geschäftsführer Roger Hochreutener. Nur auf diese Weise sei Integration möglich. Danach sollen die UMAs in Thal eine normale Schulbildung absolvieren.

Platz für 120 UMAs

Seit zwei Jahren wohnten in Thal Flüchtlingsfamilien. Nun wird der Mietvertrag um fünf Jahre verlängert. Die Testphase mit den neuen Bewohnern läuft nun bis März 2017. Bis ins Jahr 2021 sollen dann zwischen 80 und 120 UMAs in der Marienburg leben. Im Vordergrund steht zuerst die Betreuung, Behandlung und Versorgung der Jugendlichen. Die Jugendlichen werden rund um die Uhr betreut.

Perspektive für die Zukunft bieten

In einer zweiten Phase sei die Integrationsplanung und Berufsbildung zentral, damit die Asylsuchenden nicht zu Dauerklienten der Sozialhilfe oder den Sozialwerken werden, schreibt die Gemeinde Thal in einer Mitteilung. Jedes Kind soll so lange im Zentrum bleiben dürfen, bis es für sich eine Perspektive aufgebaut hat.

Bis Ende Jahr rechnet der Bund mit rund 2500 Asylgesuchen von Minderjährigen in der Schweiz. Rund 160 Kinder und Jugendliche muss der Kanton St.Gallen unterbringen.

Noch keine grösseren Vorfälle

Die Finanzierung erfolgt über Bundes- und Gemeindebeiträge. Alle Gemeinden des Kantons St. Gallen leisten pro Einwohner einen bestimmten Betrag an die Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden. Die Thaler Bevölkerung wurde bereits am 8. September über die Pläne informiert. Bisher ist es zu keinen grösseren Vorfällen mit Asylsuchenden in Thal gekommen.

(red.)


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