Die Genfer Curler bleiben auf ihrer Medaillenreise

Die verdiente Freude des Schweizer Skips: Peter de Cruz
Die verdiente Freude des Schweizer Skips: Peter de Cruz © KEYSTONE/AP The Canadian Press/JONATHAN HAYWARD

Valentin Tanner, Skip Peter De Cruz, Claudio Pätz und Benoît Schwarz vom CC Genf schnupperten gar an der Teilnahme am Final, in dem sie auf die unbesiegten Topfavoriten aus Kanada um Skip Brad Gushue getroffen wären. Diesen Platz in Final besetzen nun die Schweden nach ihrem knappen Sieg – 6:5 nach Zusatz-End – im Halbfinal gegen die Schweiz.

Die Genfer sind nebst der Equipe von Lausanne Riviera um Skip Jürg Tanner zu Beginn der Achtzigerjahre das einzige Schweizer Männerteam, das von den ersten vier WM- und EM-Turnieren ausnahmslos mit Medaillen zurückreist. In der Sammlung haben sie jetzt zweimal WM-Bronze (2014 und 2017), EM-Silber (2015) und EM-Bronze (2016). Es fehlt nur noch die Krönung, der Titel an einer internationalen Meisterschaft,

Im Match um den 3. Platz kamen die Genfer anfänglich nicht mehr an die zuvor im Halbfinal gegen die Schweden und beim 11:4-Sieg im Playoffspiel gegen die US-Curler gezeigten Leistungen heran. Es schlichen sich ein paar Fehler ein, wie sie vorher kaum zu sehen waren. Auf diese Weise konnten die vom letztjährigen WM-Dritten John Shuster angeführten Amerikaner im 1. und im 4. End je einen Stein stehlen und zweimal in Führung gehen. Aber die Schweizer behielten die Geduld, bis sich die Chance auf ein grosses Haus bot. Diese kam im 7. End. Tatsächlich führten ein brillanter zweitletzter Stein von Benoît Schwarz und ein Fehler von John Shuster zu einem Vierer, dank dem die Schweizer vorentscheidend 6:3 in Führung gingen. Im Lauf des 10. Ends mussten die Amerikaner aufgeben.

Im Halbfinal gegen die favorisierten Schweden mit dem zweifachen Weltmeister Niklas Edin auf der Skip-Position hatten die Schweizer ausgezeichnet mitgehalten. Den Nachteil, dass sie die Partie ohne den letzten Stein im 1. End beginnen mussten, machten sie früh wett. In der zweiten Spielhälfte waren die Skandinavier stärker. Ihnen gelangen in der entscheidenden Phase zwei Zweierhäuser, die die Genfer jeweils nur mit einem Einer beantworten konnten. Dennoch erzwangen die Schweizer dank einem gestohlenen Stein ein Zusatz-End. Edin entschied den Match schliesslich mit einem Take-out.

St. Galler Bär um Skip Ralph Stöckli, den heutigen Leistungssport-Direktor und Chef de Mission von Swiss Olympic, stand vor 14 Jahren in Winnipeg als bis heute letztes Schweizer Männerteam im Final einer Weltmeisterschaft. Die Genfer konnten es (noch) nicht nachmachen.

(SDA)


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