Die Ostschweiz im digitalen Spiegel der Zeit

Von Leila Akbarzada
Dornier Do X: Das grösste Verkehrsluftschiff der 30er Jahre
Dornier Do X: Das grösste Verkehrsluftschiff der 30er Jahre © Staatsarchiv St.Gallen
Das grösste Flugzeug der Welt, erste Luftaufnahmen des Rheintals, historische Postkarten aus dem Thurgau: Die Archive der Ostschweiz bieten allerhand Einblick in die Vergangenheit der Region. Um die Bilder der digitalen Gesellschaft etwas näher zu bringen, nutzen Archive auch moderne Tools wie Twitter. 

Karten, Bilder, Fotos, Schriften – in Staatsarchiven findet man alles. Würde man alleine die Schriftdokumente des Staatsarchivs St.Gallen aneinanderlegen, könnte man etwa eine Strecke von 10 Kilometern ablaufen. Das entspricht also grad etwa der Länge der Stadt St.Gallen. Beim Bestand im Thurgau sind es etwa acht Kilometer inklusive Bilder.

Historische Einblicke per Twitter

Für das Jahr 2016 hat sich das Staatsarchiv etwas ganz Besonderes ausgedacht, nämlich das “Zeitfenster1916“. Jeden Tag veröffentlichen die Historiker ein Bild aus der Region mit dem jeweiligen Datum vor hundert Jahren. Dieses teilen sie auch auf ihrem Twitteraccount.

Altes neu gezeigt

St.Gallen hat auch andere moderne Archiv-Projekte zu bieten. Ein Beispiel dafür ist memoria.sg, ein Projekt, dass in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv St.Gallen entstand. Mit technischen Tricks kann man direkt auf dem Bild St.Gallen früher und heute anschauen, indem man einfach mit der Maus darüber fährt.

Wer den Schieber schiebt, wechselt die Epochen.

Screenshot memoria.sg

Screenshot memoria.sg

Screenshot memoria.sg

Postkarten im Thurgau

Ganz banale Dokumente wie Postkarten sind wichtig für die Archive. Das Staatsarchiv Thurgau in Frauenfeld hat den Bestand einer Privatsammlung von 15’000 Postkarten übernommen, ab April wird dieser erschlossen. “Unter dieser Sammlung befinden sich ganz seltene Stücke. Die Sujets der Postkarten sind ein Zusatzgewinn. Sie können vieles über zum Beispiel die Veränderung von Dörfern aussagen”, sagt Erich Trösch, Leiter der Bestandsvermittlung des Staatsarchivs Thurgau. Online sind bis jetzt nur wenige Postkarten ersichtlich (siehe Bildergalerie).

Kirchenbücher online

Das Archiv Appenzell Ausserrhoden hat seit Neuestem die Kirchenbücher seit dem 16. Jahrhundert digitalisiert. Blatt für Blatt kann man sich darüber informieren, wer wann konfirmiert oder vermählt wurde. Sofern man die Schrift lesen kann.

So sehen die Einträge in einem Kirchenbuch des Jahres 1893 aus.

Screenshot Staatsarchiv AR

Nix Digitales im Graubünden?

Das Staatsarchiv Graubünden hat selber keine Bilder digitalisiert. Wer mehr über die Geschichte und Kultur des Bergkantons erfahren möchte, muss in Chur das Archiv persönlich besuchen. Oder man schaut beispielsweise im Dicziunari Rumantsch Grischun. Dort gibt es 8000 Bilder, die man online durchstöbern kann.


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