Die Palme bleibt auf den Bahamas

Gefälschte Modeartikel in einem Schaukasten am Flughafen Zürich.
Gefälschte Modeartikel in einem Schaukasten am Flughafen Zürich. © KEYSTONE/Steffen Schmidt
Ferien juhuu! Und damit man sich noch lange an die romantischen Abende am Strand erinnert, nimmt man gerne mal etwas aus der Feriendestination mit. Doch viele Sachen dürfen gar nicht eingeführt werden. Hier die wichtigsten Facts zu Souvenirs.

Klar, so ein kleiner Kaktus aus Brasilien ist ein schönes Mitbringsel oder Souvenir. Aber Vorsicht: Viele Kakteen aus Brasilien und den USA stehen unter dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES). Die Einfuhr ist verboten. Generell dürfen Pflanzen aus Nicht-EU-Staaten nur mit einer Spezialbewilligung in die Schweiz eingeführt werden. Denn eingeschleppte fremde Organismen können viele heimische Pflanzen zerstören, wie beispielsweise der Feuerbrand zeigt. Dieses Bakterium stammt ursprünglich aus den USA.

Wer also seine Palme aus der Karibik mit nach Hause nehmen will, der wird am Zoll scheitern. Naturgemäss führt niemand einen Baum ein, wichtig zu wissen ist aber, dass auch Pflanzenteile verboten sind, wie zum Beispiel die Samen.

Gefälschte Rolex noch immer im Trend

Pflanzen sind aber nicht so das Thema am Flughafen Zürich, wie Miroslaw Ritschard, stellvertretender Zollstellenleiter Zürich Flughafen, weiss. “Vielmehr stellen wir momentan Markenfälschungen wie gefälschte Handtaschen oder gefälschte Textilien fest”, sagt er. “Zudem wollen viele Reisende, die ihre Familien in Nicht-EU-Ländern besuchten, Lebensmittel einführen. Doch das ist verboten.”

Tiere und Tollwut

Bei lebendigen Tieren gebe es klare Vorschriften, was gehe und was nicht. “Primär stellt sich hier die Frage, ob das Tier Tollwut hat”. Wer also am Strand Mitleid mit einem Welpen hat, muss das Tier richtig impfen und braucht die entsprechenden Papiere. “Wer aus einem Tollwutgebiet kommt und keine Papiere für das Tier hat, der kann es nicht einführen”, sagt Ritschard. Kupierte Ohren und Ruten seien auch verboten.

Einschläferungen kein Tabu

Es gibt auch Reisende, die Tiere ohne Papiere oder nötige Impfungen einführen wollen. Dann entscheidet generell der Grenztierarzt über das Schicksal der Tiere. “Es kann sein, dass der Grenztierarzt verbietet, ein Tier einzuführen”, erklärt Ritschard. Dann werde es auf Kosten des Warenführers wieder ins Herkunftsland zurückgeführt. Wenn das nicht möglich sei, entscheide der Grenztierarzt. “Dabei kommt es schon mal zu Einschläferungen.”

Auch am Strand ist Vorsicht geboten

Wer Muscheln, Schnecken oder Korallen am Strand sammelt, muss ebenfalls vorsichtig sein. Denn auch unter ihnen gibt es geschützte Arten. “Es kommt darauf an, ob die Tiere dem Artenschutzabkommen unterstehen. Wenn wir selber unsicher sind, schauen wir das mit dem Zolltierarzt an. Wir raten den Reisenden deshalb immer: Lieber Hände weg von Sachen, bei denen man unsicher ist, ob man sie einführen darf”, sagt Ritschard.

Elfenbein nicht mehr im Trend

Bei Zolleinfuhren denkt man auch immer wieder an Kulturgüter. Dazu zählt das verbotene Elfenbein. “Wir stellen sehr wenig bis fast gar kein Elfenbein fest, das für die Schweiz bestimmt ist”, sagt Ritschard. In den Köpfen der Schweizer Reisenden sei das Verbot offenbar angekommen. Auch andere Kulturgüter wie beispielsweise Entwendungen aus Tempeln oder Ausgrabungen werden sehr wenig am Flughafenzoll sichergestellt.

Schlange am Zoll freigelassen

Ritschard erinnert sich gerne an skurrile Funde. “Ein Reisender muss kalte Füsse gekriegt haben und hat in der Zollhalle zwei Schlangen freigelassen. Er spazierte einfach durch den Zoll. Plötzlich kam ein Mitarbeiter und meinte, da seien zwei Schlangen. Das war etwas beunruhigend.” Es seien zum Glück keine Giftschlangen gewesen.

Python in der Hosentasche

Ein anderer Reisender kam mit einer Baby-Python in der Hosentasche an. “Wir fragten uns: Was wäre passiert, wenn ihm die Schlange im Flugzeug entwischt wäre? Der Mann war ja in der Kabine mit dem Tier.” Man wolle sich lieber nicht die Reaktionen in dem Flieger überlegen, wenn die Python ihm dort abgehauen wäre. “Dieser Reisende hat sich echt nichts überlegt.”

Wer noch mehr Informationen braucht: Hier eine Liste der verbotenen Souvenirs vom Bund.

(lak)


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