«Die Polizei legte ihnen Handschellen an»

Fünf Fussballer vom FC St. Margrethen wurden verhaftet und ausgeschafft.
Fünf Fussballer vom FC St. Margrethen wurden verhaftet und ausgeschafft. © SYMBOLBILD/ky
Im Fussballverein St.Margrethen sitzt der Schock tief. Fünf Spieler des Vereins wurden verhaftet, weil sie illegal in der Schweiz waren. Für den Vereinspräsidenten unverständlich.

«Als ich mitbekommen habe, dass die Polizei morgens um 6 Uhr mit Kastenwagen bei meinen Fussballern vorgefahren ist, ihr Haus gestürmt und sie dann in Handschellen abgeführt hat, war ich schockiert», sagt der Vereinspräsident des FC St.Margrethen, Natal Schnetzer. In St.Margrethen wurden fünf Fussballer verhaftet und ausgeschafft.

Touristenvisum und Sackgeld

Die Anschuldigungen der St.Galler Staatsanwaltschaft sind heftig. So soll der Verein fünf Spieler illegal in der Schweiz unter Vertrag genommen haben. «Die Jungs waren nur leihweise hier und wir haben ihnen ein Taschengeld von einigen hundert Franken gegeben», rechtfertigt sich Schnetzer. Die fünf Spieler seien mit einem Touristenvisum in der Schweiz gewesen und wären nächstens wieder heimgekehrt.

Unwissenheit des Vereinspräsidenten könnte teuer werden

Der Verein habe den Spielern die Wohnung bezahlt und keinen Lohn, argumentiert Schnetzer: «Jetzt sind wir rein gestanden und ziehen einen grausamen Schuh heraus – was für eine Strafe uns droht weiss ich nicht.» Gemäss dem Sprecher der St.Galler Staatsanwalt, Roman Dobler droht den Verantwortlichen möglicherweise eine saftige Strafe: «Sofern sich der Tatbestand bestätigt droht eine Geldstrafe oder gar eine Freiheitsstrafe – genaues können wir aber noch nicht sagen.»

«Wir spielen trotzdem weiter»

Die Männer sind gemäss der Staatsanwaltschaft verhaftet und dann ausgeschafft worden. Zur Zeit ermittelt die Polizei über die Hintergründe und die Umstände der Sachlage. Der FC St.Margrethen belegt zur Zeit den letzten Tabellenplatz in der 2. Liga Interregional. Trotz den fünf fehlenden fünf Spielern spielt die Mannschaft die Saison weiter.

(rar)

 

 


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