Die Post finanziert Chinesische Onlineplattformen

Jährlich kommen 2,5 Mio. Kleinpakete aus China in die Schweiz.
Jährlich kommen 2,5 Mio. Kleinpakete aus China in die Schweiz. © (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Chinesische Onlineplattformen wie Alibaba oder Aliexpress boomen. Online in China einkaufen ist doppelt lukrativ für den Konsumenten: Die Ware ist günstig und wird erst noch fast gratis in die Schweiz geliefert. 

Die Schweizer Post hat im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen Kleinpakete aus China ausgeliefert. Das waren rund doppelt so viele wie im Vorjahr, wie “Ostschweiz am Sonntag” berichten.

Laut Patrick Kessler, Direktor des Verbands des Schweizerischen Versandhandels, bestellen Schweizer Konsumenten immer häufiger elektronischen Kleinkram in China. Waren im Wert von 100 Millionen Franken haben Schweizer Konsumenten in China bestellt. Damit geht bereits jeder neunte Franken, den die Schweizer online im Ausland ausgeben, nach China, wie die “Ostschweiz am Sonntag” schreibt.

Und die Konsumenten profitieren gleich doppelt. Nicht nur sind die Waren aus China deutlich günstiger. Warenlieferungen im Wert von weniger als 62 Franken sind ausserdem zoll- und mehrwertsteuerfrei. Auch das Porto ist günstiger als im Inlandverkehr. Einerseits gelten im internationalen Postverkehr Pakete, die bis zu fünf Zentimeter dick und weniger als zwei Kilogramm schwer sind als Brief. Anderseits gilt China in der UNO als Entwicklungsland und erhält daher im internationalen Postverkehr Rabatte.

Die chinesische Post bezahlt der Schweiz gemäss Post-Sprecher Bernhard Bürki pro Kleinpaket einen bis zwei Franken. Das sind mindestens fünf Franken weniger als für eine Inlandsendung. Auch wenn man aus China nicht die Vollkosten erhalte, sei das Geschäft immer noch interessant, weil die Auslastung des Pöstlers steige.

Dennoch will die Schweizerische Post zusammen mit Postdiensten anderer Industrieländern das Thema besprechen. Doch solange China von der UNO als Entwicklungsland eingestuft wird, dürften die Industrieländer mit ihren Forderungen einen schweren Stand haben. (red/sda)


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