Die Reichsten der Reichen im FM1-Land

Jorge Lemann und Frau Susanna wohnen in Rapperswil.
Jorge Lemann und Frau Susanna wohnen in Rapperswil. © Scott Olson/Getty Images
Die 300 Reichsten der Schweiz sind im letzten Jahr noch reicher geworden. Zu verdanken haben sie dies vor allem Aktiengeschäften. Auch einige Ostschweizer sind unter den Reichsten des Landes.

674’000’000’000 Franken. So viel Geld besitzen die reichsten 300 Menschen der Schweiz. Letztes Jahr waren es noch knapp zehn Prozent weniger. Die 300 reichsten Schweizer sind so reich wie noch nie. Das gibt die Bilanz in ihrer neusten Ausgabe bekannt. Wie bereits in den letzten Jahren ist die Familie Kamprad die reichste Familie der Schweiz. 48 bis 49 Milliarden nennen die Nachkommen des IKEA-Gründers ihr Eigen.

Zweitreichster «Schweizer» ist aus St.Gallen

Wie schon in den letzten Jahren ist einer der reichsten Menschen in der Schweiz Jorge Lemann. Er besitzt rund 28 bis 29 Milliarden Franken. Steuern zahlt er in seinem Wohnort Rapperswil. Seine Milliarden verdient der 78-Jährige mit der Marke Heinz, der brasilianisches Brauerei Brahma oder Burger King. In diesem Jahr wollte sein Konzern Unilever übernehmen – sein Angebot scheiterte jedoch. 2003 lag das Vermögen Lemanns bei etwa einer Milliarde Franken.

Die zehn reichsten Schweizer sind:

  1. Familie Kamprad, Waadt, Gründer IKEA. Vermögen: 48 bis 49 Milliarden Franken
  2. Jorge Lemann, St.Gallen, Inhaber einer Brauerei und der Marke Heinz. Vermögen: 28 bis 29 Milliarden Franken.
  3. Familie Hoffmann und Oeri, Basel Stadt, Nachfahren der La Roche Gründer. Vermögen: 24 bis 25 Milliarden Franken.
  4. Familie Safra, Wallis/Genf, Inhaber der Bank Safra Sarasin und letztes Jahr in der Schweiz niedergelassen. Vermögen: 19 bis 20 Milliarden.
  5. Familie Brenninkmeijer, Zug, Nachfahren der Gründer von C&A. Vermögen: 15 bis 16 Milliarden Franken.
  6. Familie Bertarelli, Bern, Erbe der Serono-Unternehmung. Vermögen: 13 bis 14 Milliarden Franken.
  7. Charlene de Carvalho-Heineken, Graubünden, Besitzerin von Heineken. Vermögen: 13 bis 14 Milliarden Franken.
  8. Viktor Vekselberg, Zug, Beteiligungen an Industrie-Firmen (hauptsächlich der Sulzer-Mutter Renova). Vermögen: 13 bis 14 Milliarden Franken.
  9. Familie Schindler und Bonnard, Nidwalden, Besitzer der Schindler Aufzüge. Vermögen: 12 bis 13 Milliarden Franken.
  10. Familie Blocher, Zürich, Politiker, Besitzer Ems-Chemie und weiterer Firmen. Ersmals unter den Top Ten zu finden, die Blochers haben ihr Vermögen im letzten Jahr um rund vier Milliarden aufgestockt. Vermögen: 11 bis 12 Milliarden Franken.

Formel 1 scheint Geld zu bringen

Im Thurgau wohnen gleich zwei Männer, die mit Rennautos ihre Millionen geschäffelt haben. Zum einen wohnt schon seit Jahren Sebastian Vettel im Thurgau. Der 30-jährige Formel1-Pilot soll zwischen 150 und 200 Millionen Franken besitzen und ist er Jüngste unter den Reichsten.

Zum anderen besitzt der im Thurgau wohnende Toto Wolff knapp einen Drittel des Rennstalls von Mercedes Benz. Damit gehören ihm zwischen 400 und 450 Millionen Franken. Der 45-Jährige ist gebürtiger Österreicher.

Viele «kleine Fische» im FM1-Land

Nebst den Grossverdienern gibt es auch viele kleinere Grossverdiener, die zwischen 100 und 450 Millionen Franken besitzen. Darunter ist unter anderem Dölf Früh, der als einziger im Kanton Appenzell Ausserrhoden zu den 300 Reichsten gehört. Auch Carsten Koerl aus St.Gallen, der dank der Gründung von Sportradar, einer Sport- und Wettdatenbank, 150 bis 200 Millionen Franken besitzt, gehört zu den reichsten Schweizer.

Die Brüder Kriemler, denen das Modegeschäft Akris gehört, besitzen 100 bis 150 Millionen Franken. Ex-AFG-Chef und FCSG-Aktionär Edgar Oehler nennt sich Besitzer von 150 bis 200 Millionen Franken. Arthur Eugster aus dem Thurgau produziert Kaffemaschinen für Jura, Nespresso und Miele. Damit hat er bisher 450 bis 500 Millionen Franken gescheffelt.

Einige Milliardäre im FM1-Land

Nebst den vielen «kleineren» Vermögen gibt es auch einige ganz grosse in der Ostschweiz und im Kanton Graubünden. Die siebtreichsten Schweizer wohnen in Graubünden. Charlene de Carvalho-Heineken besitzt 13 bis 14 Milliarden Franken dank der Brauerei Heineken. Die 63-Jährige gibt zurzeit die laufenden Geschäfte an Sohn Alexander ab.

Auch die Familie Hilti, die im Fürstentum Liechtenstein zuhause ist, hat mit ihrem Industriekonzern ausgesorgt. Die Familie besitzt rund 4,5 bis 5 Milliarden Franken, 26’000 Mitarbeiter sind weltweit bei Hilti angestellt.

Beteiligung an grossen Konzernen bringen viel Geld, wie das Beispiel des St.Gallers Thomas Schmidheiny zeigt. Der Besitzer des Grand Resorts Bad Ragaz macht sein Geld vor allem mit einer Beteiligung am Konzern Lafarge-Holcim. Alles zusammen besitzt er rund 4 bis 4,5 Milliarden Franken.

Grosse Industriekonzerne bringen Vermögen

Eine Nummer kleiner, aber auch sehr beträchtlich, ist das Vermögen der Familie Würth. Bettina Würth, die dem Beirat vorsitzt, besitzt rund 2 bis 2,5 Milliarden Franken. Die Würth Gruppe ist im Bereich Kunst und Bildung sehr aktiv, in Rorschach steht ein Museum mit Objekten des Konzerns. Bettina Würth hat mehrere Schulen, darunter auch eine in St.Gallen, gegründet.

Etwa gleich gross wird das Vermögen von Peter Spuhler geschätzt. Der Mehrheitsaktionär von Stadler Rail im thurgauischen Bussnang will in Zukunft kürzer treten. In seiner aktiven Zeit bei Stadler Rail haben sich schätzungsweise 2 bis 2,5 Milliarden Franken auf seinem Konto angehäuft.

Auch die Familie Huber aus Appenzell Innerrhoden und St.Gallen hat sich im Laufe der Jahre einen kleinen Geldhaufen aufgebaut. Die Hubers besitzen ein Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden, das sie sich durch Beteiligungen an unterschiedlichen Industrie- und Technologiekonzernen verdient haben.

Nochmals eine Nummer kleiner ist das Vermögen der Familie Bühler aus Uzwil. Rund 1 bis 1,5 Milliarden Franken nennen die Bühlers ihr Eigen. Der Industriekonzern ist weltweit tätig und beschäftigt rund 11’000 Mitarbeiter.

Neuer Reicher im Thurgau

Neu unter den 300 reichsten Schweizer ist Adrian Gasser aus dem Thurgau. Dank diversen Immobiliengeschäften besitzt der 74-Jährige rund 250 bis 300 Millionen Franken. Der Thurgauer weibelt seit ein paar Jahren dafür, dass Bundesrichter nicht mehr durch ihre Parteizugehörigkeit bestimmt, sonder per Los gezogen werden sollen.

Roger Federer ist einer der reichsten Sportler

Wenn man die Liste der 300 reichsten Schweizer durchschaut, stösst man auf etliche Erben, Bankiers und Firmenbesitzer. Sportler und prominente TV-Gesichter sind allerdings kaum vertreten. Nebst den Rennfahrern Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Kimi Räikkonen taucht unter den reichsten Schweizern nur noch Roger Federer auf. Der Tennis-Star hat mit Preisgeldern und vor allem mit Sponsoring bislang rund 450 bis 500 Millionen Franken verdient. Damit gekauft hat er sich unter anderem ein Haus in Valbella, das er zu seinem offiziellen Wohnsitz gemacht hat.

Der Fürst ist einer der reichsten Bankiers

Ebenfalls unter den 300 reichsten Schweizern aufgeführt ist Fürst Hans-Adam von und zu Liechtenstein. Er besitzt neun bis zehn Milliarden. Diese sind aber nicht nur dem blauen Blut zu verdanken. Der 72-Jährige hat in seinem bisherigen Leben einiges erreicht. Die liechtensteinische Bank LGT hat in den letzten Jahren gute Zahlen präsentiert. Ausserdem hat der Fürst in seiner Amtszeit veranlasst, dass der fürstliche Bestand an Silberbesteck nicht weiter verringert wird. Wie es sich für eine Regentenfamilie gehört, besitzt auch die Fürstenfamilie einige Immobilien, unter anderem ein Weingut.

Die reichsten Schweizer, die im FM1-Land wohnen, findet ihr auch in der Bildergalerie. Die vollständige Liste der reichsten Schweizer gibt es hier.

(enf)


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