Suche nach Durchgangsplätzen geht weiter

Der Kanton St.Gallen hat den Auftrag, für die Schweizer Fahrenden Durchgangsplätze bereitzustellen. Trotz intensiver Suche konnte bis heute kein Standort realisiert werden. Jetzt sollen die Gemeinden besser eingebunden werden.

Nach dem Scheitern der Durchgangsplätze in Thal und Gossau geht die Suche nach geeigneten Standorten weiter. Dabei sollen die Gemeinden konkreter eingebunden werden. Ausserdem werden Konzepte für befristete Bewilligungen auf bestehenden Plätzen geprüft.

An der heutigen Medienorientierung haben Regierungsrat Willi Haag, Vorsteher des Baudepartementes, und Ueli Strauss-Gallmann, Kantonsplaner, über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen zu den Durchgangsplätzen für Fahrende informiert.

Konzept ergänzen

Der Verein Bewegung der Schweizer Reisenden fordert vehement kurzfristige Lösungen. Konkret fordert der Verein vorerst unbürokratische kommunale Bewilligungen für provisorische Durchgangsplätze. Der Kanton will in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden das bestehende Konzept überprüfen. Ergänzend sollen Wege und Lösungen erarbeitet werden, um in den Gemeinden kurzfristig provisorische Aufenthalte zu ermöglichen.

Fahrende haben Recht auf Durchgangsplätze

In seinem Urteil vom 28. März 2003 anerkannte das Bundesgericht ausdrücklich das Recht der Fahrenden auf angemessene Halteplätze. Gemäss Zahlen des Bundes gibt es heute 3000 bis 5000 Schweizer Fahrende, die eine halbnomadische Lebensweise pflegen. Eine genügende Zahl offizieller Durchgangsplätze ist Voraussetzung, dass Fahrende nicht auf ungeeignete Standorte ausweichen. Konflikte mit der sesshaften Bevölkerung und dem Gesetz sollen so vermieden werden.

(pd/red)


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