Die Young Boys wollen Basel ärgern

Wer kann am Sonntag lachen? Basels Trainer Urs Fischer (links) oder YB-Coach Adi Hütter?
Wer kann am Sonntag lachen? Basels Trainer Urs Fischer (links) oder YB-Coach Adi Hütter? © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Das 3. Meisterschaftsviertel der Super League wird mit einem Spitzenkampf abgeschlossen, der im Prinzip gar keiner ist. Basel empfängt in der 27. Runde die 17 Punkte dahinter folgenden Young Boys.

Normalerweise würde ein Duell zwischen dem Leader und dem Zweiten der Liga die Schweizer Fussball-Fans nicht gerade elektrisieren, aber es würde doch gewisse Wellen schlagen. 28’000 Tickets im Vorverkauf (Saisonkarten inklusive) zeigen zumindest auf, dass der St.-Jakob-Park am Sonntag ab 16 Uhr gut gefüllt sein wird.

Die Spannung im Meisterrennen der Liga mit dem gemäss einer Studie höchsten Torschnitt der Top-31-Ligen Europas (3,33 pro Spiel zwischen Saisonstart und Ende März 2017) ist längst der Monotonie gewichen. Zu deutlich sind die Unterschiede zwischen Basel, den Young Boys und dem Rest der Liga schon seit Monaten. Aktuell kommt dazu, dass die volle Aufmerksamkeit im Umfeld des FCB der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom Freitag galt, an der die neue Führungscrew ihre Pläne vorzulegen hatte.

Fakt ist, dass Basel bei einem Sieg 20 Punkte vor dem ersten Verfolger klassiert sein würde. Das hiesse mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf, dass der FCB seinen achten Titelgewinn in Folge im Optimalfall frühestens am 28. April in Luzern feiern könnte. Daran verschwendet – zumindest offiziell – noch immer niemand einen Gedanken. «Primär geht es auch gegen YB um drei Punkte. Der Abstand ist schön, aber er ist auch nicht weiter zu deuten», sagte Trainer Urs Fischer.

Für die Young Boys, die sich als Zweite in einer Art luftleerem Raum befinden, ist das Kräftemessen mit dem entrückten Konkurrenten die Chance, Goodwill zurückzuholen. Ihre bisherige Saison – vor einem Jahr hatte YB ebenfalls als Zweiter sieben Punkte weniger als jetzt auf dem Konto – war gewiss nicht schlecht. Im Gedächtnis der Öffentlichkeit hat sich aber das peinliche Viertelfinal-Out gegen den Challenge-League-Klub Winterthur festgebrannt. «Wir haben intern durchaus noch Ziele», sagte Trainer Adi Hütter. Unter anderem hat YB unter dem Österreicher noch nie in Basel gewonnen.

In den beiden Partien vom frühen Sonntagnachmittag (ab 13.45 Uhr) stehen zwei Cup-Halbfinalisten auswärts im Einsatz. Das gescheiterte Luzern spielt in Vaduz, Penalty-Sieger Sion in Lugano.

Luzern hat gemäss Trainer Markus Babbel eine «interessante und brutal wichtige Partie» vor sich. Nur drei Teams haben eine schwächere Rückrunden-Bilanz vorzuweisen als die Innerschweizer, die dazu noch den verpassten Einzug in den Cupfinal zu verarbeiten haben.

Für Babbel kommt es zum Aufeinandertreffen mit Roland Vrabec, seinem ehemaligen Assistenten. Der neue Vaduzer Coach bekräftigte vor seinem ersten Heimspiel, trotz der nicht ganz leisen Trennung im Februar 2016 «nichts Negatives über die Zeit in Luzern sagen zu können». Offenbar war damals das Problem, dass Vrabec im Luzerner Team mehr zu sagen hatte als Babbel lieb war. Nun treffen die beiden erstmals als Cheftrainer von Schweizer Klubs aufeinander.

Sion will den Schwung vom Halbfinal-Erfolg gegen Luzern mitnehmen. Nach dem Zwischentief des Monats März fingen sich die Walliser mit dem 2:1 gegen Thun auf und liessen dem Sieg den Einzug in den 14. Cupfinal der Klubgeschichte folgen. Im Cornaredo von Lugano spielen die Nummern 4 und 3 der Rückrunden-Tabelle (je viermal gewonnen) gegeneinander.

(SDA)


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