Die Zukunft ist zurück: Heute landet Marty McFly in der Gegenwart

Christopher Lloyd (l) als Dr. Emmett Brown und Michael J. Fox als Marty McFly 1985 in "Back to the Future". Vier Jahre später in der Fortsetzung reisten die beiden in unsere Gegenwart - genau heute (Archiv).
Christopher Lloyd (l) als Dr. Emmett Brown und Michael J. Fox als Marty McFly 1985 in "Back to the Future". Vier Jahre später in der Fortsetzung reisten die beiden in unsere Gegenwart - genau heute (Archiv). © /AP Universal Pictures Home Entertai
In der deutschen Synchronfassung ist es ein Dienstag, im englischen Original und in der Realität ein Mittwoch: Heute ist der Tag, an den Michael J. Fox vor 30 Jahren in “Zurück in die Zukunft II” reiste.

Und welche der damaligen Prognosen sind eingetreten?

In Seattle liegt schon etwas im Museum, was es noch gar nicht gibt: drei Hoverboards. Die Skateboards ohne Räder waren Stars im Film “Zurück in die Zukunft II”. Darin reiste Michael J. Fox als Marty McFly 30 Jahre in die Zukunft – ins Jetzt. Der 21. Oktober 2015 ist der Tag. Während auf der ganzen Welt “Back to the Future”-Partys gefeiert werden und Filmmarathons laufen, fragt man sich: Was ist von den damaligen Prognosen wirklich eingetreten?

Hoverboards kann man immer noch nicht kaufen. Im Internet gibt es ein paar Videos der schwebenden Skateboards. Aber das sind entweder Fälschungen oder Modelle, die nur auf sehr speziellen Böden funktionieren, wie ein Magnetschwebe-Prototyp des Autobauers Lexus.

Die wohl verblüffendste Übereinstimmung: Im Film wird 1989 gesagt, 1997 gewänne Florida die World Series – dabei hatte Florida zum Zeitpunkt des Filmdrehs noch gar kein Baseball-Team in der betreffenden Liga. Die Miami Marlins, die die Prognose erfüllten, wurden erst 1993 gegründet.

Falschprognosen waren dagegen die Roboter, die Hunde Gassi führen, oder die Jacken, die sich in der Grösse dem Träger anpassen und sich blitzschnell trocken blasen. Fingerabdruckleser statt Türklinken gibt es schon, aber eher als Spielerei. Und der “Hydrator”, der einen kleinen Rohling in ein paar Sekunden in eine heisse Pizza verwandelt, ist noch unerfunden.

In vielerlei Hinsicht waren die Filmemacher aber erstaunlich hellsichtig. In der Filmzukunft hängen zum Beispiel überall Flachbildschirme – das war Mitte der 80er nicht absehbar. Und die Menschen kommunizieren per Videotelefonie, ganz wie mit heutigen Diensten. Aber Mobiltelefone sucht man im Film vergeblich, vom Internet gibt es keine Spur und eine Kündigung kommt im Filmjahr 2015 per Fax. Per Fax!

Im Film wirbt ein Plakat für Surfurlaub in Vietnam. Zehn Jahre nach Ende des Vietnamkriegs war das geradezu absurd, heute ist das geradezu normal. Sprachsteuerung im Alltag, Multimedialität – alles schon damals im Film gewesen. Selbst eine Videobrille wie Google Glass gibt es tatsächlich.

(SDA)


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