Diese Ausstellung macht richtig spitz

Diese Ausstellung macht richtig spitz
© Das ist eine der ersten Spitzmaschinen aus dem Jahr 1885.
Erinnert ihr euch noch an die alten Spitzmaschinen für Bleistifte? Nein? Im Museum Appenzell kann die Erinnerung aufgefrischt werden, denn da dreht sich in der Sonderausstellung alles um die Geräte, die stumpfe Bleistifte wieder spitz macht.

«Es ist erstaunlich, dass für einen so kleinen Gegenstand wie den Bleistift, dermassen ausgeklügelte und verschiedene Systeme erfunden wurden», sagt Kuratorin Martina Obrecht. Es wurden schleifende Spitzmaschinen, solche mit Klingen, Geräte mit Scheiben- oder Walzenfräsern entwickelt.

Früher, da verwendete man einfach ein Messer oder Schleifpapier, aber schon 1828 wurde der erste Handspitzer patentiert, bevor 1885 die ersten Spitzmaschinen entwickelt wurden. In der Sonderausstellung sind 280 Spitzmaschinen ausgestellt. Hinzu kommen die Handspitzer.

Schön, edel und schwer

Ende des 19. Jahrhunderts gab es einen regelrechten Boom und bis in die 30er-Jahre wurden die Systeme stetig angepasst und immer ausgeklügelter. Die schwersten Spitzmaschinen wiegen bis zu vier Kilogramm.

«Für die damaligen Zeiten waren das mechanische Meisterleistungen. Die Spitzmaschine, die sich bis heute durchgesetzt hat, ist diejenige mit dem Walzenfräser», sagt Obrecht. Doch nicht nur funktional sollten sie sein, sondern auch schön. «Es gibt viele sehr schöne und edle Designs», sagt Obrecht.

Seit 20 Jahren ein Sammler von Spitzern

Die grosse Sammlung gehört dem gebürtigen Appenzeller Jürgen Moser, der seit 20 Jahren Bleistiftspitzmaschinen, Handspitzer und dazugehöriges Werbematerial sammelt. «Es ist eine der weltbedeutensten Sammlungen, weil sie so vielfältig und umfangreich ist», sagt Obrecht.  Sie sagt, Moser habe seine Sammlung auch nicht abgeschlossen, sondern sei noch immer aktiv daran, neue Stücke aufzunehmen.

Ergänzt wird die Sonderausstellung mit vier Videoarbeiten und einer spielerischen Videocollage von Thomas Karrer aus Trogen. «Sieht man sich die Videos eine Weile an, hört man eine richtige Melodie aus den Spitzgeräuschen heraus», sagt Obrecht und ergänzt: «Für mich hat das Spitzen mit den alten Maschinen etwas meditatives».

Die Ausstellung startete am 17. Juni und kann noch bis am 5. November im Museum Appenzell bestaunt werden. Es wird auch eine Ecke für die Kinder geben, in der sie basteln können.

(str)


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