Diese Spieler mit FCSG-Vergangenheit sind an der EM

Von Dumeni Casaulta
Michael Lang im Jahr 2010 noch im Trikot des FC St.Gallen.
Michael Lang im Jahr 2010 noch im Trikot des FC St.Gallen. © KEYSTONE/Laurent Gillieron
Vier ehemalige Spieler des FC St.Gallen sind an der EM in Frankreich mit dabei. Die einen wurden beim FCSG ausgebildet, andere schafften bei den Ostschweizern den Durchbruch. Ein Blick auf den Nachwuchs zeigt ausserdem: Weitere talentierte Spieler folgen.

“Das macht einen natürlich stolz”, sagt Hanspeter Krüsi, langjähriger Nachwuchstrainer beim FC St.Gallen. Er hat die beiden ehemaligen FCSG-Junioren Michael Lang und Marwin Hitz, die nun an die EM fahren, trainiert. “Mit den Spielern, die man ein Stück weit begleitet hat, fiebert man natürlich mit.”

Michael Lang trägt St.Gallen im Herzen

“Michael Lang hatte schon früh ein ausgesprochenes Talent”, erinnert sich Hanspeter Krüsi. Er trainierte den heute 25-Jährigen in der U15. “Seine Bodenständigkeit zeichnete ihn schon damals aus. Ausserdem war er körperlich und technisch stets einen Schritt voraus.” Als 16-Jähriger debütierte Michael Lang 2007 in der Super League. Elf Jahre lang trug Michael Lang das grün-weisse Trikot, als er sich 2011 und nach dem (abermaligen) Abstieg entschied, zu den Grasshoppers zu wechseln.

Michael Lang sagt aber noch heute: “St.Gallen ist meine Heimat und auf die bin ich stolz. Diese Verbundenheit bringe ich nie weg. Ich würde meine Heimat und Vergangenheit nie leugnen”. Über GC ist Lang in der Nationalmannschaft und später in Basel gelandet. Die Heimatliebe ist geblieben. Als Ostschweizer wachse man mit dem FCSG im Herzen auf. “Meine Mutter ist seit jeher ein Riesen-Fan, stand früher sogar im Fanblock”, sagte Lang einer Basler Fanseite“. Jetzt führt der Weg von Michael Lang an die Europameisterschaft.

Hitz gelang der Durchbruch in St.Gallen nicht

Er ist nicht der einzige Ex-St.Gallen Junior, der nach Frankreich fährt. Auch Marwin Hitz ist dabei. Der Torhüter spielte von 1996 bis 2008 beim FC St.Gallen, schaffte den Durchbruch aber nicht. “Marwin war schon damals ein technisch sehr guter Torwart”, sagt Hanspeter Krüsi, der Hitz in der U-16 trainierte. “Vielleicht gefiel nicht allen Trainern sein Auftreten auf dem Platz, mit dem Leibchen draussen und den langen Haaren. Sie wünschten sich möglicherweise eine andere Art von Torhüter”, mutmasst Krüsi. Als Nachwuchsspieler brauche man halt auch Glück: “Man muss im richtigen Moment am richtigen Ort – und dann bereit sein”.

Marwin Hitz hat seinen Weg gemacht. 2008 wechselte er –  nach Leihgeschäften zu Yverdon und Winterthur – auf Wolfsburg. Dort kämpfte er sich in die erste Mannschaft. Mittlerweile ist er unbestrittener Stammgoalie bei Augsburg und machte auch schon als Torschütze auf sich aufmerksam, was Hanspeter Krüsi nicht verwundert: “Er war schon früher ein Torwart, der etwas riskierte und der mitspielte.”

Michael Lang und Marwin Hitz haben sich kontinuierlich nach oben gearbeitet. Schritt für Schritt. “Beide Spieler hatten ein sport- und lernförderndes Umfeld. Also Eltern die sie nicht unter Druck setzten, sondern die Begleitung und Unterstützung gaben, die sie benötigten um ihren Weg gehen zu können”, sagt Krüsi.

Lenjani und Frei: Von St.Gallen in die Welt

Mit Ermir Lenjani und Fabian Frei sind zwei weitere Ex-Espen an der EM dabei. Sie durchliefen zwar nicht die Juniorenabteilungen des FCSG, machten in der Ostschweiz aber die entscheidenden Schritte.

Der Frauenfelder Fabian Frei wechselte schon als Junior von Winterthur zum FC Basel. Als er 2009 von Basel nach St.Gallen ausgeliehen wurde, sammelte er Spielpraxis und schaffte den Durchbruch. Mittlerweile spielt er bei Mainz 05 in der Bundesliga. Auch Ermir Lenjani schaffte den definitiven Durchbruch bei den St.Gallern. Der Aussenverteidiger wird an der EM für Albanien auflaufen. Lenjani stiess Anfang 2013 zum FC St.Gallen und avancierte rasch zum Stammspieler. Der Dauerläufer fiel anderen Vereinen auf, und so wechselte er Anfang 2015 nach Frankreich zu Stade Rennes.

Weitere Talente kommen nach

Diese vier Spieler dürften nicht die letzten sein, die über St.Gallen den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen. Mit Martin Angha und Roy Gelmi stellt St.Gallen zwei Verteidiger in der U21-Nationalmannschaft der Schweiz. “Roy Gelmi ist der erste Spieler aus der FCSG-Akademie”, sagt Hanspeter Krüsi, der die Akademie heute leitet. “Roy macht im Moment eine schwierigere Phase durch, aber ich glaube das kann ihm auch gut tun. Manchmal geht’s ein Schritt zurück, dafür geht’s danach wieder zwei Schritte vorwärts.”

Hanspeter Krüsi ist zuversichtlich, dass Talente aus der Akademie irgendwann den Schritt in die Nationalmannschaft schaffen könnten. “Wir haben im Moment verschiedene Spieler die ausgezeichnete Voraussetzungen haben und auch schon in Junioren-Nationalmannschaften spielen. Sie stehen aber erst am Anfang und werden noch verschiedene Prüfungen meistern müssen.”

Mit Silvan Hefti und Boris Babic hat der FCSG zwei weitere hoffnungsvolle Talente in seinen Reihen. Silvan Hefti ist in der vergangenen Saison regelmässig in der ersten Mannschaft aufgelaufen. Er zählt zusammen mit Boris Babic zum U-19 Nationalteam.

Vergessen wollen wir auch Gianluca Gaudino und Lucas Cueto nicht. Beide gehören dem U-20 Nationalteam von Deutschland an und wollen in der Ostschweiz einen Schritt vorwärts machen.


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