Dieser Ostschweizer blüht in der Ami-Liga auf

Dieser Ostschweizer blüht in der Ami-Liga auf
© Stefan Frei kämpft mit den Seattle Sounders um den MLS-Meistertitel. (Otto Greule Jr/Getty Images)
Stefan Frei läuft Kollege Tranquillo Barnetta sportlich den Rang ab. Der 29-jährige Altstätter gilt als einer der besten Torhüter Nordamerikas. Mit seiner Mannschaft Seattle Sounders warf er LA Galaxy mit Superstars wie Steven Gerrard und Robbie Keane aus den Playoffs.

Tranquillo Barnetta, der bekannteste Ostschweizer Fussballer in amerikanischen Diensten, hat seine Koffer längstens gepackt und ist wieder in die Schweiz zurückgereist. Nicht aber Stefan Frei – seine Mannschaft ist noch voll im Rennen um den Meistertitel in der nordamerikanischen MLS. Der Rheintaler setzte sich mit seinem Club Seattle Sounders in der Knock-Out-Runde gegen Los Angeles Galaxy durch und ergatterte sich damit einen Platz im Conference-Halbfinale. Diese Leistung verdient allerhöchsten Respekt: Frei und seine Kollegen haben niemand geringeren als den Titelverteidiger eliminiert. Die Galaxy konnte in den vergangenen vier Jahren drei Meistertitel einfahren und hat Weltstars wie Steven Gerrard, Robbie Keane und Giovanni dos Santons auf dem Rasen stehen.

Seattle gewann zuhause vor 40’000 Zuschauern mit 3:2. Der Schwede Erik Friberg buchte mit einem sehenswerten Weitschuss den Siegtreffer. Stefan Frei rettete sein Team in der Schlussphase mit einer Parade vor dem Ausgleichstor und trug damit entscheidend zum Erfolg seiner Mannschaft bei.

 

In der Nacht auf heute bestritt Stefan Frei mit Seattle im Kampf um die MLS-Krone bereits das Hinspiel der Halbfinal-Conference. Das Weiterkommen in die nächste (zweitletzte Playoff-)Runde ist jedoch noch nicht ganz in trockenen Tüchern: Nach einem 0:1-Rückstand drehten die Jungs aus dem Nordwesten der USA durch Tore von Ösi-Star Andreas Ivanschitz und Ami-Legende Clint Dempsey zwar noch die Partie, müssen wegen dem erhaltenen Auswärtstor aber bibbern, zumal das Rückspiel in der Nacht auf kommenden Montag in Dallas stattfindet.

 

Stefan Frei, 29-jährig und in Altstätten geboren, legte eine äusserst unkonventionelle Fussballkarriere hin: In Nachwuchsjahren spielte er beim FC St. Gallen und kreuzte auch mit einem gewissen Tranquillo Barnetta die Wege, bevor er nach einem Spiel in der Schweizer U15-Nationalmannschaft im Alter von 15 Jahren mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten auswanderte. Dort machte er zunächst seinen Weg durch den High-School- und College-Fussball. Dabei hütete er unter anderem das Tor der renommierten Universität Berkeley in San Francisco, ehe ihm 2009 in Diensten von Toronto der Sprung in die höchste nordamerikanische Fussballliga gelang. Seither hat er sich zu einem der besten Schlussmänner der MLS (Major League Soccer) entwickelt und spielt in der fussballverücktesten Stadt der USA; zwischen 40’000 – 50’000 Zuschauer pilgern regelmässig an die Spiele von Stefan Frei.

Seine Wurzeln scheint der Altstätter trotz seiner langen Zeit in Nordamerika aber nicht vergessen zu haben. Zahlreiche Tattoos schmücken seinen Sportlerkörper; ein Schweizerkreuz auf seinem Oberarm ist dabei das einzige Sujet in Farbe.

 

Die Verehrung des Ostschweizers nimmt in den Vereinigten Staaten fast schon bizarre Züge an. Stefan Frei gibt es unterdessen auch als Lego-Spielfigur für Fans in den Spielwarenhandlungen der Region zu kaufen. Sehr zur Freude des Torhüters…

Mit seinem Team lebt Frei derzeit den Traum vom Titelgewinn. In einer möglichen nächsten Runde würden Portland oder Vancouver auf die Sounders warten. Aber eben, zunächst muss Dallas, das die Western Conference in der Regular Season als Tabellenerster abschloss, eliminiert werden. Stefan Frei nimmt den Brocken, welcher im Rückspiel auf ihn zukommt, daher auch nicht auf die leichte Schulter.

 

So oder so: Stefan Frei ist mit seinen fussballverrückten Sounders definitiv eine Bereicherung für die Sportwelt. Ein Titelgewinn würde die Stimmung in der als “Rain City” verpöhnten Stadt wohl endgültig zum Bersten bringen. Hier zum Schluss noch ein Beitrag über die “most incredible” Fankultur in den USA:

 

(mla)


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