Djokovic mit nur 42 gespielten Games in der 4. Runde

Djokovic mit nur 42 gespielten Games in der 4. Runde
© KEYSTONE/FR103966 AP/JASON DECROW
Mit nur 42 gespielten Games erreicht Novak Djokovic die Achtelfinals des US Open – ein Rekord. Der Serbe hat deshalb Zeit, sich mit anderen Themen zu befassen. Dank des kompletten Rückzugs von Jiri Vesely vor der 2. Runde und der Aufgabe Michail Juschnis nach sechs Games in der 3.

Runde musste Djokovic so wenige Spiele wie nie jemand zuvor spielen, um die 4. Runde des US Open zu erreichen. Und das, obwohl er in der 1. Runde einen Satz abgab. Der Titelverteidiger beklagte sich nicht. «Es ist natürlich bedauerlich für die Gegner und die Fans, aber ich habe in diesem Jahr genug gespielt und bin froh um die zusätzliche Zeit zur Erholung», meinte er. Die kann er brauchen. Nach den Olympischen Spielen sagte er wegen einer Verletzung am linken Handgelenk seine Teilnahme am Turnier in Cincinnati ab und in der 1. Runde liess er sich am rechten Ellbogen behandeln.

Die üblicherweise grossen Strapazen des Lebens als Tennisprofi sind auch der Grund, warum Djokovic eine Reform des Kalenders fordert. Dabei ist er neuen und zusätzlichen Wettbewerben durchaus nicht abgeneigt. Den von Roger Federer und seinem Management lancierte Rod Laver Cup – ein Team-Wettbewerb zwischen Europa und dem Rest der Welt – findet die Weltnummer 1 «eine grossartige Idee». Für die erste Ausgabe im September 2017 haben Federer und Rafael Nadal sowie die Legenden Björn Borg (Europa) und John McEnroe (Rest der Welt) als Captains der beiden Teams bereits zugesagt, Djokovic überlegt sich eine Teilnahme.

Er sieht weniger das Problem, dass der Kalender dadurch noch überladener wird, sondern beklagt die Tatsache, dass dieser so starr ist. «Man kann immer sagen, es habe keinen Platz oder ein Anlass sei zur falschen Zeit», erklärte Djokovic. «Aber es ist doch so: Der Kalender ist seit Jahrzehnten gleich.» Er sei schon lange dezidiert der Überzeugung, dass es Änderungen brauche. «Der Sport ist physisch äusserst anspruchsvoll geworden. Mehr Geld, grössere Bedeutung, härtere Konkurrenz.»

Deshalb gebe es mehr Verletzungen. «Das ist nicht gut. Wir wollen gesunde Spieler mit einer langen Karriere.» Djokovic ist ideal platziert, um solche Änderungen anzustossen. Seit diesem Sommer ist der 29-jährige Serbe mit zwölf Grand-Slam-Titeln Nachfolger von Federer als Präsident des ATP-Spielerrats.

(SDA)


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