“Man darf nicht alles glauben!”

Nachdem ein 23-jähriger Schweizer zugegeben hat, 150 Hühner in Happerswil ausgesetzt und eine Indoor-Hanfplantage betrieben zu haben, wehrt sich Tierschützer Reinhold Zepf gegen das Töten der Tiere. Er kämpft gegen die Verlautbarung des Veterinäramtes, welches zum Schluss kam, dass die Tiere ohnehin getötet werden müssen.

Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauer Tierschutzverbandes, will, dass die aufgefundenen Hühner weiterleben dürfen. Da es sich bei den Tieren um Mastpoulets handelt, sollten sie nach ihrer Schlachtreife aus Tierschutzgründen nicht mehr gehalten werden – so verfügte es das Thurgauer Veterinäramt. Gegen diese Ankündigung läuft der Tierschützer nun aber Sturm: “Man darf nicht alles glauben, was die erzählen. Wenn auf das herkömmliche Mastfutter verzichtet wird und man den Tieren genug Auslauf bietet, kann man ihnen ein lebenswertes Leben bieten”, so Zepf gegenüber TVO.

Der Fall an sich ist unterdessen geklärt: Die Kantonspolizei Thurgau hat einen 23-jährigen Schweizer ermittelt,  der am vergangenen Wochenende in Happerswil 150 Hühner ausgesetzt hatte. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung überprüfte die Kantonspolizei Thurgau einen in Weinfelden wohnhaften, 23-jährigen Schweizer. Bei ihm im Haus fand die Polizei Futtergefässe. Hühnermist und weitere Gegenstände, die darauf hinweisen, dass der Mann hinter der Tat steckte.

Hanf-Anlage im Haus

Die Polizei fand nebst dem Hühnerstall auch eine Indoor-Hanf-Anlage. Diese wurde wie der Hühnerstall im Kellergeschoss eingerichtet. Der 23-Jährige wurde festgenommen. Anlässlich einer ersten Befragung gab er zu, die Hühner im Wald in Happerswil ausgesetzt zu haben. Warum er dies tat, ist Gegenstand der weiteren Abklärungen. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell hat gegen den Mann eine Strafuntersuchung eröffnet.

Sterben müssen sie so oder so

Die Hühner sind weiterhin an dem Ort, wo sie vorsorglich untergebracht wurden. Es mussten aber bereits vier Hühner eingeschläfert werden, da sie sich nicht mehr richtig bewegen konnten. Die Tierärzte mussten sie von ihren Leiden befreien.

(red)

TVO-Beitrag:


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