Drei Bundesliga-Traditionsklubs mit miserablem Start

Einer der Bundesliga-Trainer, die ein Erfolgserlebnis herbeisehnen: Schalkes Markus Weinzierl
Einer der Bundesliga-Trainer, die ein Erfolgserlebnis herbeisehnen: Schalkes Markus Weinzierl © KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER
Beklemmung, Nervosität, Unruhe: Schon vor der fünften Bundesliga-Runde sind einige Klubs akute Sorgenfälle. Beste Beispiele: der Hamburger SV, Schalke 04 und Werder Bremen.

Das Traditionstrio ist sieglos, nimmt die Tabellenplätze 16, 17 und 18 ein.Die «Königsblauen» aus Gelsenkirchen und Bremen sind noch ohne Punkt, der HSV hat auch erst einen.

«Wenn du nicht erfolgreich bist, wird dein Selbstbewusstsein angeknackst. Das wird die Aufgabe sein, die wir zu bewältigen haben: dass das Selbstbewusstsein nicht verloren geht», sprach der Schalker Sportvorstand Christian Heidel das Dilemma für die Betroffenen nach dem 1:3 gegen Köln an. Die Psyche leidet, das Vertrauen in die eigenen Stärken schwindet. Niederlagen mit dem neu verpflichteten Trainer-Wunschkandidat Markus Weinzierl und dem hart kritisierten Schweizer Rekordtransfer Breel Embolo sind jetzt tabu.

Schalkes Spieler waren nach der Niederlage gegen Köln minutenlang mit hängenden Köpfen auf dem Rasen verharrt. Der eine oder andere verbarg sein Gesicht nach 360 Minuten und null Punkten unter dem Trikot. Auf Tobsuchtsanfälle in der Kabine hat Manager Heidel verzichtet. Er warb dafür, die kommenden Aufgabe mit Ruhe und Verstand anzugehen. «Weiter arbeiten, es gibt keinen anderen Ansatz» lautet Heidels Devise.

Captain Benedikt Höwedes nannte Borussia Mönchengladbach als Beispiel, wie es schnell wieder besser werden kann. Dieser Klub habe in der Vorsaison eine ähnliche Situation erlebt und sei noch in die Champions League gekommen. Allerdings trat in Gladbach nach sechs aufeinanderfolgenden Pflichtspielniederlagen Lucien Favre als Trainer zurück. Danach gab es unter André Schubert in der Liga sechs Siege in Serie.

«Ich glaube, wenn das Ding einmal angeschoben wird und wir den Lohn für die Arbeit einfahren, die wir investieren, dann werden wir auch einen Lauf kriegen», so Höwedes. «Aber dahin müssen wir erstmal kommen.» Erster Versuch: Am Sonntag im Nachmittagsspiel auswärts gegen Hoffenheim.

Werder Bremen hat mit der Trennung von Viktor Skripnik bereits branchenüblich reagiert. Doch auch mit Interimscoach Alexander Nouri gab es gegen Mainz eine Niederlage. Nächster Gegner ist Wolfsburg. Und beim HSV? Bruno Labbadia muss um den Job fürchten, wenn sein HSV gegen den Rekordmeister aus München verliert.

Die Aufgabe für den HSV ist extrem schwer: Letztmals gab es gegen die Bayern am 26. September 2009 (1:0) ein Erfolgserlebnis. Werder hat vor dem Aufeinandertreffen mit Wolfsburg drei der vier Heimspiele gegen den VfL verloren: 0:3, 1:3, 3:5. Die Statistik hilft nicht als Mutmacher.

(SDA)


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