Drei Gegentore innerhalb von 10 Minuten

Konsternierte Basler und jubelende Spieler vom FC Sevilla
Konsternierte Basler und jubelende Spieler vom FC Sevilla © KEYSTONE/AP/MIGUEL MORENATTI
Der FC Basel scheitert im Achtelfinal der Europa League deutlich am Titelverteidiger Sevilla. Nach dem 0:0 im Hinspiel verliert er in Andalusien mit 0:3.

Eine gute halbe Stunde lang konnte der FC Basel vom Exploit träumen, davon dem FC Sevilla vor gut 35‘000 Zuschauern im eigenen Stadion ein Bein zu stellen. Doch alle Vorarbeit des Schweizer Meisters wurde unmittelbar vor der Pause innerhalb von zehn Minuten durch drei Gegentore zunichte gemacht, zum Teil selbstverschuldet. Das 0:1, das am Ursprung der Basler Niederlage stand, fiel nach einem Eckball von Antonio Reyes, den Innenverteidiger Adil Rami erstaunlich freistehend mit dem Kopf und via Pfosten zum 1:0 verwertete.

Die Chancen auf die Viertelfinals waren zu diesem Zeitpunkt noch intakt. Ein Doppelschlag innert 76 Sekunden sorgte dann aber noch vor der Pause für die Entscheidung in diesem Duell. In der 43. Minute lief Routinier José Antonio Reyes auf der rechten Seite allen davon, liess Behrang Safari stehen und fand mit seinem Pass Kévin Gameiro. Der Franzose war kurze Zeit später auch für das 3:0 verantwortlich.

Die Basler, die im Hinspiel noch so gut verteidigt hatten, machten vor allem beim 0:2 und 0:3 eine schlechte Figur. Daniel Hoegh, der den gesperrten Walter Samuel ersetzte, verlor vor dem zweiten Gegentreffer den Ball an Vicente Iborra und vor dem dritten an seinen Landsmann Michael Krohn-Dehli, der danach mit seiner Flanke Gameiro fand. Hoegh erlebte damit einen weiteren bitteren Europacup-Abend, nachdem er schon beim Scheitern in der Champions-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel-Aviv eine Hauptrolle gespielt hatte.

Der Start in die Partie war durchaus ansprechend. Wie am letzten Donnerstag im Hinspiel hatte sich Urs Fischer entschieden, mit einer Dreierabwehr anzutreten. Und diese liess eine halbe Stunde lang wenig zu. Die Gastgeber taten sich unterstützt von ihren lautstarken und bedingungslos treuen Fans schwer, einen Weg durch die Basler Verteidigung zu finden. Die Abwehrarbeit der Basler kostete aber auch viel Kraft. Viel seltener als im Hinspiel konnte sich der FCB befreien und die Gefahr vor das gegnerische Tor bringen.

Als dann der FC Sevilla nach einer halben Stunde unter der Regie des überragenden Argentinier Ever Banega das Tempo noch ein wenig erhöhte, brach das Defensivkonstrukt des FC Basel ein. Tomas Vaclik, der schon in der 7. Minute ein erstes Mal gegen Gameiro entscheidend interveniert hatte, verhinderte das 0:1 in der 32. Minute, als er einen tückischen Schuss von Banega in den Corner lenkte. Bei den Gegentoren war der tschechische Keeper machtlos. Er verhinderte etwa in der 86. Minute im Duell mit Fernando Llorente einen weiteren Treffer.

Die zweite Halbzeit war für die Basler, die bei ihrem neunten Auftritt in Spanien zum siebten Mal verloren, eine frustrierende Angelegenheit. Sie liessen sich aber nicht gehen, sondern kämpften weiter und behielten die Ordnung. Ansonsten hätte die Reise nach Sevilla in einem Debakel enden können, derart spielfreudig zeigte sich die Mannschaft von Unai Emery phasenweise.

FC Sevilla – FC Basel 3:0 (3:0)

35’546 Zuschauer. – SR Aytekin (GER). – Tore: 35. Rami (Reyes) 1:0. 44. Gameiro (Reyes) 2:0. 45. Gameiro (Krohn-Dehli) 3:0.

FC Sevilla: Soria; Coke, Rami, Kolodziejczak, Trémoulinas; Iborra (61. Krychowiak), Cristoforo; Krohn-Dehli (52. Escudero), Banega, Reyes; Gameiro (69. Llorente).

FC Basel: Vaclik; Hoegh, Suchy, Safari; Xhaka; Lang, Bjarnason (61. Fransson), Zuffi, Steffen; Delgado (60. Embolo), Janko (71. Itten).

Bemerkungen: Sevilla ohne N’Zonzi (gesperrt), Konopljanka und Vitolo (beide verletzt). Basel ohne Samuel (gesperrt), Akanji, Boëtius, Sporar, Degen (alle verletzt) und Aliji (nicht spielberechtigt). Verwarnungen: 7. Kolodziejczak (Foul). 39. Steffen (Foul). 94. Embolo (Foul).

(SDA)


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