E.On-Aktionäre billigen Abspaltung in neue Tochter Uniper

Kohlekraftwerk von E.On in Gelsenkirchen (Archiv)
Kohlekraftwerk von E.On in Gelsenkirchen (Archiv) © KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER
Die Aktionäre des deutschen Energieriesen E.On haben am Mittwoch der Abspaltung des Kohle- und Gasgeschäfts in die neu gegründete Unternehmenstochter Uniper zugestimmt. Das Ökostromgeschäft bleibt beim Mutterkonzern.

Bei der Hauptversammlung in Essen hätten 99,68 Prozent des vertretenen Grundkapitals die nicht unumstrittene Neuausrichtung des Konzerns gebilligt. Dies teilte Deutschlands grösster Energiekonzern am Abend mit.

E.On-Chef Johannes Teyssen wertete das Ergebnis als “persönliche Verpflichtung”, die “Vision” zügig umzusetzen. Während die neue Tochter Uniper den alten Geschäftsbereich mit konventionellen Energieträgern übernimmt, konzentriert sich E.On auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

Nach den Plänen Teyssens soll sich E.ON künftig vor allem auf das Ökostromgeschäft konzentrieren. Die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke werden in die Tochter Uniper ausgelagert. Mit den künftig getrennten Geschäftsmodellen sollen neue Investoren für den mit über 26 Milliarden Euro verschuldeten Konzern angelockt werden.

Der Konzern verwies angesichts der roten Zahlen im Jahr 2015 auf die “Notwendigkeit, das Unternehmen grundlegend neu auszurichten”. Nach der Zustimmung der Anleger werde die Abspaltung “voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2016 wirksam werden”, teilte E.On weiter mit. Die Hauptversammlung habe überdies den Dividendenvorschlag von 50 Cent je Aktie beschlossen.

Die Anti-Atomkraft-Organisation Ausgestrahlt kritisierte die geplante Ausschüttung als “Zechprellerei zu Lasten der Allgemeinheit”. E.On gebe vor, für die Lagerung des selbst produzierten Atommülls kein Geld zu haben, erklärte Ausgestrahlt-Sprecher Armin Simon.

“Selbst den von der Atom-Finanz-Kommission geforderten niedrigen Einmalbeitrag für den geplanten Atommüll-Fonds weigert sich der Konzern zu bezahlen”, fügte er hinzu. Dass E.On an seine Anleger aber eine Milliarde Euro an Dividende ausschütten wolle, sei Betrug am Steuerzahler. Die deutsche Regierung müsse dem Einhalt gebieten.

Nach der nun erfolgten Zustimmung durch die Aktionäre will E.ON im Herbst 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse bringen und die Papiere den eigenen Aktionären ins Depot legen. Den restlichen Anteil von 47 Prozent will E.ON bis 2018 halten, mittelfristig aber ganz abstossen.

Die künftige E.ON mit Sitz in Essen beschäftigt rund 43’000 Mitarbeiter und wird von Teyssen geführt. Uniper sitzt in Düsseldorf und beschäftigt knapp 14’000 Mitarbeiter. Chef ist der ehemalige E.ON-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

(SDA)


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