EgyptAir-Absturz: Rauchalarm an Bord

Hinterbliebene trauern um Absturzopfer.
Hinterbliebene trauern um Absturzopfer. © (EPA/AYMAN AREF EGYPT OUT)
An Bord des Airbus A320 der EgyptAir, der in der Nacht auf Donnerstag über dem Mittelmeer abgestürzt ist, waren unmittelbar davor technische Probleme gemeldet worden. Die französische Flugunfallbehörde BEA bestätigte Medienberichte, wonach es einen Rauchalarm an Bord gab.

Kurz vor dem Abbruch der Datenübertragung habe das Flugzeug über das Aircraft Communications Addressing and Reporting System (ACARS) automatische Meldungen abgesetzt, „die auf Rauch in der Kabine schliessen lassen“, sagte ein Behördensprecher am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Rückschlüsse auf die Unglücksursache könnten daraus aber noch nicht gezogen werden.

CNN hatte davor gemeldet, „Minuten“ vor dem Unglück sei der Alarm ausgelöst worden. Ein Screenshot von einem Computer des Bodenkontrollsystems zeigt jeweils um 0.26 und 0.27 Uhr „Rauch“ unter anderem in einem Waschraum und der Bordelektronik. Ein entscheidender Hinweis auf die Unglücksursache sei das aber noch nicht, hiess es dazu. Der Alarm müsse nicht einmal bedeuten, dass es an Bord gebrannt habe.

Infos passen nicht zu Bombe

Ausserdem zeigte ACARS Unregelmässigkeiten an einem Fenster an. „Signifikant“ sei, dass die Meldungen in einem Abstand von zwei Minuten auftauchten, sagte der Luftfahrtexperte David Soucie gegenüber CNN. Wenn es etwa eine Bombenexplosion an Bord gegeben hätte, dann wäre das wohl kaum der Fall gewesen.

Die Suche nach den beiden Flugschreibern des Airbus A320 brachte bis Samstag keine Ergebnisse. Allerdings wurden von Suchmannschaften bereits Trümmerteile des Flugzeugs, Körperteile der Insassen und persönliche Gegenstände etwa 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria geborgen. Griechenland unterstützt die Such- und Bergearbeiten.

Blackbox in grosser Tiefe

Laut EgyptAir-Vorstand Safwat Moslem erstreckt sich das Suchfeld derzeit auf einen Radius von 40 Meilen (64 Kilometer) und würde, falls notwendig, noch ausgeweitet werden. Die Suchmannschaften hoffen vor allem auf ein Signal der Blackbox. Das akustische Signal des Geräts wird bei Wasserkontakt ausgelöst, die „Pings“ sind dann mindestens 30 Tage lang aktiv. Die Blackbox wird in grosser Tiefe vermutet. (red)


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