Ehrenbürger Gidio wird zu Grabe getragen

Gidio Hosenstoss wird 172. Mal zu Grabe getragen.
Gidio Hosenstoss wird 172. Mal zu Grabe getragen. © FM1Today/rar
Am Aschermittwoch wird in Herisau und Waldstatt Ehrenbürger Gidio Hosenstoss zu Grabe getragen. Der Brauch wird ausgelassen und fröhlich gefeiert. Wir haben die Bilder dazu.

In Herisau stirbt Gidio Hosestoss immer gleich: Er hat ein Leckerli geklaut und erstickt daran. In Waldstatt wird jedes Jahr eine neue Todesursache erfunden. Der “Trauerumzug” für Gidio wird immer von den Guggen und feiernden Menschen begleitet.

Auch dieses Jahr “feierte” Herisau den Trauermarsch für Gidio Hosenstoss. Er wurde dieses Jahr zum 172. Mal zu Grabe getragen. Mit dabei waren hunderte Fasnächtler.  Für Schülerinnen und Schüler in Herisau ein Highlight.

Ungeklärte Wurzeln

Wie der Brauch des Gidio genau entstanden ist, ist bis heute nicht geklärt. Laut Johannes Schläpfer, der 1988 ein Buch zur Ausserrhoder Tradition herausgab, soll eine Begebenheit 1844 in Gossau drei Herisauer dazu inspiriert haben.
Ein Neffe des damaligen Posthalters musste einen vergessenen Brief ins benachbarte Dorf bringen. Begleitet wurde er von zwei Söhnen des Gemeindeläufers. In Gossau sah das Trio Männer, die hinter einem Strohmann heulend durch das Dorf zogen. Von diesem Treiben tief beeindruckt, organisierten sie daraufhin einen ähnlichen Umzug durch Herisau. Belege für diese Schilderung gibt es nicht – die erste schriftliche Nennung stammt aus dem Jahr 1872.

(rar)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen