Ehrenbürgerwürde für Andrzej Wajda sorgt für Streit in Danzig

Andrzej Wajda (89) hat Danzig filmische Denkmäler gesetzt. Aber die Nationalkonservativen wollen ihm das Ehrenbürgerrecht nicht verleihen - er ist ihnen zu liberal (Archiv 2013).
Andrzej Wajda (89) hat Danzig filmische Denkmäler gesetzt. Aber die Nationalkonservativen wollen ihm das Ehrenbürgerrecht nicht verleihen - er ist ihnen zu liberal (Archiv 2013). © /EPA/CLAUDIO ONORATI
Andrzej Wajda ist der grosse alte Mann des polnischen Kinos. Die nordpolnische Hafenstadt Danzig (Gdansk), in der er Filme wie “Der Mann aus Eisen” und “Walesa” drehte, will ihm nun die Ehrenbürgerschaft verleihen. Die Abstimmung im Stadtrat artete aber in Streit aus.

“Es ist höchste Zeit, ihm für sein Werk zu danken”, sagte der liberalkonservative Bürgermeister Pawel Adamowicz vor der Abstimmung. Danzig sei dem 89-jährigen Oscar-Preisträger etwas schuldig. Die nationalkonservative Opposition hingegen blieb der Abstimmung aus Protest fern. Sie sah in der Ehrenbürgerwürde ein politisches Dankeschön für Wajdas Unterstützung für die Liberalkonservativen.

Wajda hatte bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr den liberalkonservativen Bronislaw Komorowski unterstützt, der in einer Stichwahl dem derzeitigen Präsidenten Andrzej Duda unterlag. Auch nach dem Sieg der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) bezog der Kino-Altmeister Stellung: Er unterstützte in Stellungnahmen und sozialen Medien die Protestbewegung, die in den vergangenen Wochen Zehntausende Menschen zu landesweiten Kundgebungen mobilisierte.

Die PiS-Gegner sehen durch Gesetzesänderungen die Medienfreiheit und das Funktionieren der Gewaltenteilung gefährdet.

(SDA)


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