Ein aufwühlendes Spiel für Hütter und Zinnbauer

YB-Trainer Adi Hütter nach dem aufwühlenden Match gegen St. Gallen
YB-Trainer Adi Hütter nach dem aufwühlenden Match gegen St. Gallen © KEYSTONE/THOMAS HODEL
Adi Hütter und Joe Zinnbauer werden eine Weile benötigen, bis sie den 2:2 ausgegangenen Match zwischen YB und St.Gallen analysiert haben. Die 94 Minuten liefern etwa 30 bemerkenswerte Szenen.

Wer sich auf ein ereignisreiches Spiel gefasst machte, als Michael Frei nach 70 Sekunden allein auf St.Gallens Torhüter Daniel Lopar loszog und an diesem scheiterte, behielt recht. Die Partie mit zwei Pfostenschüssen und kaum zu zählenden Chancen hätte ohne weiteres in ein Phantasie-Resultat von beispielsweise 8:5 für die Berner münden können.

Die zahllosen Torszenen auf beiden Seiten kamen etwa zu gleichen Teilen nach zwingenden Angriffen oder nach zum Teil eklatanten Fehlern in den Abwehrreihen zustande.

YB-Trainer Adi Hütter erlebte das Glück im Pech, FCSG-Trainer Joe Zinnbauer das Pech im Glück. Beide sprachen dabei von einer Sequenz nach 80 Minuten. Die Ostschweizer kamen innerhalb weniger Sekunden zu zwei grossen Chancen, die zum 2:1 hätten führen müssen und die den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hätten. «Ja», sagte Hütter, «in dieser Szene hatten wir natürlich Glück.»

Daneben musste Hütter vom generellen Pech seiner Spieler sprechen. «So viele Chancen bekommt man nicht in jedem Spiel.» Hütter sprach seinen Leuten, unbesehen vom ungenügenden Schlussresultat, ein uneingeschränktes Lob aus: «Wir hatten eine sehr beschwerliche Heimreise von Astana», sagte der Österreicher. «Und heute zeigen sie über 90 Minuten einen Fussball mit aller Leidenschaft. Das macht mich stolz.»

Joe Zinnbauer sah die von Hütter hervorgehobene Doppelchance für die Ostschweizer von einer anderen Perspektive. «Es war grosses Pech, dass wir dort nicht in Führung gehen konnten. Aber im Gesamten gesehen, können wir uns sicher nicht beklagen. Als das 2:1 gefallen war, blieben ja immer noch die vier Minuten Nachspielzeit. An dieser vier Minuten haben wir geglaubt. Meine Spieler haben damit auch gezeigt, dass sie kämpfen können und dass die Moral in der Mannschaft gut ist.»

Dass die Young Boys trotz der selten grossen Menge an Chancen «nur» zwei Tore erzielten, will Adi Hütter nicht auf das lange Fehlen der verletzten Topstürmer Guillaume Hoarau und Alexander Gerndt zurückführen. «Wir haben immer noch gute offensive Leute, die treffen können. Die drei 0:0 in den letzten Wochen sind nicht alle gleich zu bewerten. Ein 0:0 bei Sion ist derzeit sicher ein gutes Ergebnis. Und wir hatten in allen Spielen unsere Chancen, um zu treffen.»

(SDA)


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