Ein Dolch, ein Plüschhase und 100 Regenschirme

Hereinspaziert ins Requsitenlager des Theaters St.Gallen
Hereinspaziert ins Requsitenlager des Theaters St.Gallen © FM1Today/Lara Abderhalden
Bei uns gibt es einen Adventskalender der speziellen Art: Auch wir öffnen im Dezember Türen, aber solche, hinter die man eigentlich nicht – oder nicht mehr – schauen kann. Heute dürfen wir das Tor zu den Requisiten des Theaters St.Gallen öffnen.

Alte Säbel, Kartonschachteln voller Plüschtiere, Regenschirme, Gehstöcke, Regale voll mit Büchern und ganz viele Kerzenständer – im Requisitenlager des Theaters St.Gallen findet man fast alles. «Teilweise werden die Gegenstände noch häufig gebraucht, zum Beispiel Kerzenständer. Andere Requisiten brauchen wir nur noch für Proben», erklärt der Leiter Requisite Ronald Porawski.

Der glitzernde Totenkopf

Es gebe aber auch viele Spezialanfertigungen welche einmal benutzt werden und dann nie wieder. Als Beispiel nennt er einen Stab mit einem glitzernden Totenkopf darauf. Andere Dinge können nicht mehr gekauft werden: «Wir haben alte Radios, Mikrofone und Aktentaschen, die wertvoll sind, weil sie nirgends mehr ersteigert werden können.» Dazu gehören auch alte Zeitschriften, altes Geschirr oder ein alter Ventilator.

Besonders stolz ist Ronald Porawski auf die alten Bücher, welche sich in Regalen stapeln. Dabei handle es sich um Rechnungsbücher des alten Theaters aus den 20er und 30er Jahren. «Die Bücher zeigen teilweise Szenarien, die vor über 90 Jahren auf den Bühnen gemacht wurden. Das ist schon etwas besonderes.»

Von der Gärtnerei zum Requisitenlager

Das Lager selbst ist ungefähr zehn Jahre alt. Zuvor gehörten die Räumlichkeiten der Stadtgärtnerei. Deshalb sind die Räume sehr gross: «Früher mussten die Gärtner mit ihren Lieferwagen in die Räume fahren, deshalb hat es auch noch Rampen und sehr viel Platz.»

Das Lieblings-Requisit von Ronald Porawski ist ein alter Dolch einer Studentenverbindung. Er wurde zwar noch nie auf der Bühne gebraucht aber passe sehr gut zu St.Gallen: «St.Gallen ist ja mit der Universität bekannt für Studentenverbindungen.»

Auch wenn das Lager viele antike und alte Gegenstände beherbergt, werden diese heutzutage kaum mehr gebraucht: «Wir führen heute hauptsächlich zeitgenössische Stück auf, die meisten Requisiten, welche wir an Lager haben, eignen sich für diese Theaterstücke nicht mehr.»

Morgen Freitag schauen wir in die «verborgene Gänge» unter dem Kloster St.Gallen und machen uns auf die Suche nach dem «geheimen Brunnen».

(abl)

 
 
FM1Today


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