Ein Hoch auf die Mannschaftsleistung

Ein Hoch auf die Mannschaftsleistung
© Gianluca Gaudino von St. Gallen, Mitte, gegen Harun Alpsoy. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
St. Gallen muss gegen GC über eine Stunde lang mit einem Mann weniger auskommen und geht dennoch als verdienter Sieger vom Platz. Wille und Engagement und eine blütenreine Abwehrleistung machen es möglich. So macht uns der FCSG Freude – hier gibt es die Spielernoten in der Einzelkritik.

Tor

Daniel Lopar: Note 5,5. Torhütergott in Höchstform. Der Espen-Rückhalt zog einmal mehr einen ganz grossen Abend ein, brachte die Grasshoppers mit seinen Paraden schier zur Verzweiflung und zementiert damit seinen Ruf als der so ziemlich beste Goalie in der Schweiz. Der beste Mann in der Abwehrschlacht.

Verteidigung

Pascal Thrier: Note 4,5. Immer zur Stelle, wenn es ihn braucht. Aufsässig und bissig. Half ordentlich mit, um die Null über die Zeit zu bringen. Sein Steilpass ermöglichte den Führungstreffer.

Mario Leitgeb: Note 5,0. Gab seinen Einstand in der St. Galler Innenverteidigung und erbrachte sogleich den Beweis, dass man ihn auch hier einsetzen kann. Der Österreicher zeigte sich kopfball- und zweikampfstark.

Roy Gelmi: Note 4,5. Souverän. Viel mehr gibt es da eigentlich nicht mehr zu sagen. Nicht immer ganz über alle Zweifel erhaben, bügelte aber etliche Unzulänglichkeiten mit seinem Ehrgeiz aus und steckte nie auf.

Florent Hanin: Note 5,0. Sein bislang bestes Spiel in Grün-Weiss. Hatte ordentlich Pfeffer unter dem Allerwertesten, leistete enorm viel Laufarbeit auch gegen vorne und agierte mit grosser Cleverness. Weiter so!

Mittelfeld

Marco Aratore: Note 4,5. Grosses Laufpensum, leitete das Tor zum 2:0 ein. In der Defensivorgie nach dem Platzverweis leistete er seinen Part auch gegen hinten pflichtgetreu.

Gianluca Gaudino: Note 4,5. Zum mit der Zunge schnalzen sind seine öffnenden Pässchen Liess in der ersten Halbzeit immer wieder seine Genialität aufblitzen, musste sich anschliessend – wie alle seine Mittelfeldkollegen – dem Verteidigungsgebahren unterordnen.

Mario Mutsch: keine Bewertung möglich. Flog nach nur 17 Minuten mit einer roten Karte vom Platz und war damit ohne Wenn und Aber der Pechvogel des Spiels. DTraf Basic bei einem Zweikampf in die Magengrube, während Schiedsrichter Bieri gerade daneben stand und kein Pardon kannte. Eine höchst umstrittene Entscheidung. Wartete frisch geduscht und tief traurig nach dem Schlusspfiff im Kabinengang auf seine Mitspieler.

Danijel Aleksic: Note 5,0. Der Serbe legt mal wieder einen ganz flotten Auftritt hin. Zweikampfstark und kreativ, wie man ihn kennt und liebt. Sein Tor zum 2:0 war eines von der ganz ausgebufften Sorte. Hatte zudem Pech, dass einer seiner Prachtsfreistösse von Mall aus dem Kreuzeck gefischt wurde.

Edgar Salli: Note 5,0. Die Monaco-Leihgabe erlebte einen grossen Abend. Tolles Auge bei der Vorlage auf Bunjaku beim 1:0 und einer hübschen Flanke vor dem zweiten Treffer. Einmal ohne Fortune alleine vor Mall, aber allemal flink genug, um die GC-Verteidiger Mal für Mal zu überlaufen und ordentlich zu beschäftigen.

Sturm

Albert Bunjaku: Note 5,0. Strotzt nach seinem Lugano-Tor vor Selbstvertrauen und trifft gegen GC schon wieder. Und steht für einmal da, wo es dem Gegner wehtut und ein Stürmer stehen muss. So darf es weitergehen.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller Spieler in der Startformation / exklusive Mutsch): 4,85

Fazit: Was für eine Mannschaftsleistung. Eine Führung bei so langer Überzeit über die Runden zu bringen, ist keine Selbstverständlichkeit. Ein grosses Lob gebührt daher auch Trainer Joe Zinnbauer, der seine Mannschaft hervorragend einzustellen wussen. GC fand gegen die Espen-Mauer nie ein schlüssiges Rezept. Endlich brachte die Mannschaft zudem eine Führung mal wieder souverän über die Runden. Spielt St. Gallen so am Sonntag, muss sich auch Leader Basel warm anziehen.


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