Ein Jungwolf entgeht Abschuss

Der Bund hat im Dezember den Abschuss von zwei Jungwölfen aus dem Calanda-Rudel bewilligt. Am Donnerstag läuft die Frist ab. Erfolgreich war nur ein Wilderer. 

Die blutige Disziplinierungsmassnahme sah vor, dass mit dem Abschuss von zwei Jungtieren das Rudel wieder scheuer werde. Denn die Calanda-Wölfe waren zum Problem geworden. Im dicht besiedelten Streifgebiet hatten sie zunehmend die Angst vor den Menschen verloren. Die Behörden schritten ein, um eine Gefährdung der Bewohner zu verhindern. Im Dezember stimmte der Bund den Gesuchen der beiden Kantone zu. Am Donnerstag läuft die Frist ab. Erfolgreich war nur ein Wilderer, der Mitte März im Kanton Graubünden einen Wolf illegal tötete und anschliessend unter einer Strassenbrücke entsorgte.

Kein Abschuss von Einzelgänger-Tieren

Die beauftragten Wildhüter sind leer ausgegangen. Der Grund: Die Auflagen des Bundes wurden nicht erfüllt. Die Jungtiere hätten nur in Anwesenheit des Rudels getötet werden dürfen. Zudem hätte der Abschuss in Siedlungsnähe und während der Aktivitätszeit der Menschen zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen müssen.

Die Enttäuschung darüber, dass es mit dem Abschuss nicht geklappt hat, ist bei den Bauern im Taminatal ist gross. Eine Landwirtin versteht nicht, warum kein Einzelgänger geschossen wurde, da diese für die Wolfsrisse verantwortlich waren. Laut Dominik Thiel, Leiter Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, hätte dies aber keine abschreckende Wirkung auf das Rudel gehabt.

Genugtuung herrscht hingegen bei der Tierschutzorganisation Gruppe Wolf, die die Abschussbewilligung des Bundes kritisiert hatte.

Kantone haben Wölfe weiterhin im Visier

Die Wölfe des Calanda-Rudels sind aber noch nicht aus dem Schneider. Die Kantone St.Gallen und Graubünden beobachten die Situation weiterhin genau. Sollte sich diese erneuert verschlechtern, würden sie beim Bund ein neues Gesuch stellen, sagt Thiel.

(red)


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