Ein Main-Act, der keiner war

Von Leila Akbarzada
Der Sänger Thom Yorke während dem Konzert mit seiner Band Radiohead am OASG.
Der Sänger Thom Yorke während dem Konzert mit seiner Band Radiohead am OASG. © FM1Today
Viel Regen, viele Penalties und viel Rüge am Hauptact: Am Samstag war einiges los. Deshalb passte Radiohead wohl nicht und traf bei vielen Besuchern nicht ins Herz, sondern auf Unverständnis.

Es ist schon fast eine ungeschriebene Regel: Am OpenAir St.Gallen muss es einfach regnen. So versank das Festival auch dieses Jahr – wenn auch nur punktuell – im Schlamm. Wie immer hat das die Besucher nicht wirklich gestört – viele wussten die Tänze im Regen sogar zu geniessen.

Regen und Penalties

Der Abend stand nicht nur im Zeichen des Regens, sondern auch in jenem des Fussballs. Viele OASG-Besucher schauten sich den Nervenkrimi zwischen Deutschland und Italien an, der mit 7:6 nach dem Penaltyschiessen endete.

Währenddessen begann der Hauptact des Abends auf der Hauptbühne seine Show: Die britische Band Radiohead bot eine schlichte Show mit einem etwas holprigen Start. Die melancholische, eher zum Zuhören geeignete Musik kam beim St.Galler Publikum nicht gut an.

Langeweile und Unverständnis

Auch 15 Meter vor der Bühne waren die Besucher mehr mit Gesprächen über Bier und Zeltgeschichten beschäftigt als mit der Musik. Es war für dieses Publikum einfach zu wenig los auf der Bühne. “So langweilig – ich schlafe fast ein – warum sind die hier?”, waren nur einige der viel gehörten Zitate. Das Publikum wusste offenbar nicht, auf wen es sich da eingelassen hatte.

Neue Energie im letzten Drittel

Für die letzten 45 Minuten vermochten die Briten um Sänger Thom Yorke doch noch das Ruder herumzureissen. Ab dem Lied “Street Spirit (Fade Out)” brachte die Band vor allem Songs der älteren Platten, die etwas energiereicher und experimenteller sind als die neueren Erzeugnisse. Und diese kamen definitiv besser an.

Gute Band am falschen Ort

Thom Yorke liess sich in der letzten Stunde des Auftritts sogar zu einem Lächeln verleiten, was bei dem introvertierten Frontmann nicht alle Tage vorkommt. Beim bekannten Lied “Karma Police” haben die Besucher sogar mitgesungen, und damit klang das Konzert dann auch aus, bevor direkt darauf das Jubiläums-Feuerwerk losging.

Fazit: Eine gute Band war am falschen Ort zur falschen Zeit. Aber für die wenigen Radiohead-Fans im Sittertobel könnte der Auftritt wohl ein Highlight gewesen sein, denn so nah kommt man der Band an Konzerten selten.

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