Dieser Weihnachtsbrief rührt zu Tränen

Markus Brandl schreibt seinem Opa einen Weihnachtsbrief der tausendfach geteilt wird
Markus Brandl schreibt seinem Opa einen Weihnachtsbrief der tausendfach geteilt wird © facebook.com/Markus Brandl
Nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag Weihnachten feiern. Diese Idee hatte Markus Brandls Grossvater. Und sein Enkelkind hat die Idee umgesetzt. Die rührende Geschichte erzählt der junge Mann nun in einem Weihnachtsbrief auf Facebook. Und er trifft damit einen Nerv. Innert Stunden wird er der Beitrag tausendfach geteilt.


Der Eintrag von Markus Brandl spricht für sich. Deshalb hier ungekürzt und im Wortlaut.

Lieber Opa,
als ich 16 Jahre alt war, fragte ich dich einmal, was du dir denn zu Weihnachten wünschen würdest.
„Ach, weißt du Markus“, sagtest du „Ich wünsche mir, dass jeden Tag Weihnachten ist.“
„Jeden Tag Weihnachten, Opa?“, wunderte ich mich „Jeden Tag? Weißt du wieviel Stress das ist. Ehrlich? 365 Tage im Jahr?“
„Ja, wäre das nicht großartig?“, antwortest du lächelnd „Jeden Tag ein wunderbares Essen. Schöne Weihnachtsmelodien. Wir könnten uns alte Geschichten am Kamin erzählen. Und wenn wir alle Geschichten erzählt hätten, würden wir uns einfach neue ausdenken. Wir könnten den Weihnachtsbaum jeden Tag neu schmücken – auslosen, wer als nächstes die Farben der Kugeln aussuchen darf. Wir würden uns jeden Tag sehen. Ihr wärd hier bei mir, ich wäre hier bei Euch. Jeden Tag. Ja, das wünsche ich mir.“

An Heiligabend schenkte ich dir dann einen Briefumschlag mit 3 kleinen Zetteln, auf denen jeweils stand „Gutschein für einen Weihnachtstag“. Im Laufe des Jahres hast du diese Zettel dann immer eingelöst. Wenn andere im Sommer gegrillt haben, haben wir dann Weihnachten gefeiert und Kekse gebacken. Wenn andere zu Karneval „Und wenn et Trömmelche jeht“ hörten, lauschten wir dem Kling-Glöckchen, klingellingelling.

Opa, auch dieses Jahr hatte ich für dich einen Briefumschlag mit 3 kleinen Zetteln vorbereitet. 3 Weihnachtstage die wir nun nicht mehr miteinander verbringen können. Anfang Oktober gingst du von uns. Wochen sind seitdem verstrichen und man könnte hoffen, dass die Zeit geholfen hat und die Wunden geheilt sind, die Trauer vorüber ist. Doch dies geschieht nur langsam – noch immer fehlst du so unglaublich sehr. Noch immer fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass du die Gutscheine niemals einlösen wirst.

Ich habe dein Geschenk etwas abgeändert und das Wort „Weihnachtstag“ durchgestrichen. Stattdessen steht nun auf den 3 Zetteln „Gutschein für einen Uropa Paul Tag“. Dein Urenkel Paul wird diesen Brief heute unterm Weihnachtsbaum finden. Er wird mit seinen 8 Wochen noch nicht sonderlich viel damit anfangen können – jedoch darf er die Gutscheine, sobald er im passenden Alter ist einlösen. Ich werde dann mit Paul etwas unternehmen, das auch du zu Lebzeiten geliebt hast. Ich erzähle ihm Geschichten aus deinem Leben und versuche all deine Erfahrung, all deine Liebe, die du mir geschenkt hast, an ihn weiterzugeben. Vielleicht schnitzen wir an einem der Gutschein-Tage etwas aus Holz. Vielleicht schauen wir uns ein Eishockey-Spiel an. Vielleicht feiern wir aber auch Weihnachten im August.

Mit diesem persönlichen Weihnachtsbrief möchte ich euch und euren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest wünschen. Mögen eure Liebsten heute bei euch sein.

Markus

Die Geschichte von Markus Brandl hat Tausende berührt

screenshot facebook.com/Herr.Socialmedia

(red)


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