Ein Wettbewerb soll es richten

Wie soll der Marktplatz künftig aussehen?
Wie soll der Marktplatz künftig aussehen? © Urs Bucher/St.Galler Tagblatt
Wie weiter beim St.Galler Marktplatz? Der Stadtrat lanciert einen offenen und anonymen Wettbewerb für die Neugestaltung. Ausserdem soll untersucht werden, wie die öV-Haltestellen auf dem Bohl beibehalten werden können.

Im Januar und im April haben Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Verbänden, Organisationen und Grundeigentümerschaften sowie interessierte Personen aus der Bevölkerung an zwei Workshops zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt teilgenommen.

Wettbewerb soll Marktplatzgestaltung definieren

«Aufgrund der Ergebnisse drängt sich ein Neustart auf», heisst es an einer Medienkonferenz am Donnerstag. Der Stadtrat habe sich dazu entschieden, einen offenen, anonymen Wettbewerb zu lancieren: «Angesprochen werden Teams aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur, Städtebau, Licht- und Verkehrsplanung.» Ein interdisziplinäres Team sei gewünscht.

Gefordert werde eine Idee, die eine Etappierung der Projektrealisation zulässt und auf einen allfälligen Bibliotheksstandort Union/Blumenmarkt flexibel reagieren kann. Derzeit werde die Eignung dieses Standorts geprüft. Ein Entscheid dazu sollte im ersten Quartal 2018 fallen.

Marktplatz wird die Stube der St.Galler

90 Beteiligte haben im vergangenen Jahr eine Vision für den Marktplatz ausgearbeitet. «Der Marktplatz soll ein Aufenthaltsort für die St.Galler werden, eine Art grosses Wohnzimmer, wo man verweilen kann», sagt Maria Pappa. Zusätzlich soll es ein Aushängeschild für die Stadt werden.

Die Rondelle soll in irgendeiner Form bestehen bleiben, die Erdgeschosse der angrenzenden Liegenschaften sollen genutzt werden. Die «Stube der St.Galler», wie die Stadträtin den Marktplatz nannte, soll ausserdem weiterhin Platz für einen dauerhaften oder regelmässigen Markt haben, feste Installationen für Marktstände sind allerdings nicht erwünscht. «Damit man die Marktstände wegnehmen kann, wenn man ein Fest organisiert», so Pappa.

Zusätzlich soll im Bereich Marktplatz, Bohl und Union ein Grünbereich entstehen mit Bäumen. Ob die Calatravahalle bleibt oder nicht, bleibt den Wettbewerbsgruppen offen.

Jury entscheidet sich für Sieger

Für den Wettbewerb hat der Stadtrat einen Kredit von 285’000 Franken gesprochen. Die Ausschreibung erfolgt Mitte 2018. Eine Jury, zusammengesetzt aus Fachpersonen aus Architektur, Planung, Bau und Verkehrsführung, sowie Personen aus der Exekutive, wird das Siegerprojekt bestimmen. Dieses wird dann dem Volk präsentiert, das sich nochmals mit Ideen einbringen kann. Danach entscheidet der Stadtrat, wie das Siegerprojekt umgesetzt wird, bevor es dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird. Kann das Projekt alle Etappen durchlaufen, entscheidet das Volk über das Projekt.

pd

Dem Stadtrat war es wichtig, dieses Mal anders vorzugehen, als bei den beiden abgelehnten Projekten von 2011 und 2015. «In den vergangenen Jahren wurde zuerst für viel Geld ein genaues Bauprojekt erarbeitet, bevor die Abstimmung an der Urne abgeschmettert wurde. Dieses Mal werden wir vergleichsmässig günstig über einen Ideenwettbewerb abstimmen lassen, bevor die detaillierte Planung beginnt», sagt Stadträtin Maria Pappa. Der Kostenrahmen solle dabei im Rahmen gehalten werden, genaue Zahlen werden noch keine genannt. «Es stehen in der Stadt St.Gallen noch andere Investitionen an. Da ist es klar, dass der Neubau des Marktplatzes nicht hundert Millionen Franken kosten darf», so Pappa.

Baustart frühstens 2021

Geht der Prozess reibungslos über die Bühne, wäre der Start der ersten Bauetappe im Jahr 2021 möglich. Bis dahin stehen am Marktplatz diverse Sanierungsarbeiten an. Diese werden nun etappenweise und mit Provisorien gehandhabt. «Es ergibt keinen Sinn, den Marktplatz jetzt umfassend zu sanieren, wenn wir ihn nur kurz danach neu gestalten», sagt Maria Pappa. Was anfalle, werde man bis zum Baustart vorzu mit Provisorien flicken.

Weil bei der Projektierung von allen Seiten gewünscht wurde, die öV-Haltestellen auf dem Bohl zu behalten, gibt die Stadt eine vertiefte Verkehrsprüfung in Auftrag.

(red.)


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