Eine Kläranlage auf Reisen

Spektakulärer Nachttransport im Kanton Thurgau: Statt eine Kläranlage verrotten zu lassen, wird sie 15 Kilometer von Egnach nach Sulgen an einen neuen Standort gezügelt. 

Was tun, wenn die betriebseigene Kläranlage nicht mehr gebraucht wird? Mit dieser Frage sah sich der Getränkehersteller Biotta konfrontiert. Schnell wird klar: Wegwerfen oder verrotten lassen will man sie nicht. So suchen und finden die Thurgauer einen neuen Abnehmer. Nur: Dieser befindet sich 15 Kilometer entfernt. Kein Problem für die beiden Firmen. Die Kläranlage wird kurzerhand gezügelt.

Mit einem Schwertransporter wurde kürzlich das 14 Meter lange und 10 Tonnen schwere Herzstück nachts von Egnach nach Sulgen gezügelt. Nach fast dreistündiger unfallfreier Fahrt erreichte sie schliesslich den neuen Standort.

Beide Firmen sind zufrieden. Die Zusammenarbeit nennt Beat Menke, Mitglied der Biotta-Geschäftsleitung, ein gelungenes Beispiel für Nachhaltigkeit. Auch Karl Gschwend von der Hochdorf Swiss Nutrition AG freut sich über die Zügelaktion. Dank der neuen Anlage könne der Standort Sulgen wachsen. Zudem helfe sie Kanton und Abwasserverband, da die kommunale Kläranlage entlastet werde, wie er TVO sagt.

Bis es effektiv so weit ist, dauert es aber noch ein paar Wochen. In Betrieb geht die neue alte Anlage im August. (red)


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