Eine Traumkulisse für die Beachvolleyballer

Die Beachvolleyball-Arena an der Copacabana
Die Beachvolleyball-Arena an der Copacabana © KEYSTONE/EPA AAP/LUKAS COCH
Ein Olympia-Turnier an der Copacabana ist für einen Beachvolleyballer so etwas wie die Erfüllung eines Traums. Die Spiele am weltberühmten Strand werden für manchen Profi ein Karriere-Highlight.

In Rio de Janeiro fand 1987 das erste Männerturnier der World Tour statt. Im März dieses Jahres gastierte der Tross für die Hauptprobe wieder an der Copacabana. Er bekam, abgesehen vom teils nassen Wetter, einen Vorgeschmack darauf geliefert, was für das Olympia-Turnier erwartet werden kann: ein stimmgewaltiges Publikum im 12’000 Zuschauer fassenden Stadion-Provisorium, eine traumhafte Umgebung mit der Skyline des Viertels, das Meer in 20 Metern Entfernung oder den Blick auf die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt (Zuckerhut und Christus-Statue).

Dort, wo Rio de Janeiro immer wieder Mega-Partys mit mehreren Millionen Leuten zelebriert, gehört die Aufmerksamkeit vom 6. bis 18. August einem der wichtigsten Disziplinen für Brasiliens Olympia-Delegation. Das Beachvolleyball-Turnier war einer der “Topseller” im Vorfeld, ziemlich sicher wird es ständig ausverkauft sein. Das macht den Druck für die vier Duos, die nach der Qualifikationsphase bei den Frauen die Ränge 1 (Larissa/Talita) und 2 (Agatha/Barbara) respektive bei den Männern 1 (Alison/Bruno Schmidt) und 4 (Evandro/Pedro Solberg) belegten, nicht kleiner. Dazu kommt die Vergangenheit: Brasilien hat erst je einmal den Sieger gestellt: 1996 bei der Olympia-Premiere mit Jackie Silva/Sandra Pires bei den Frauen sowie 2004 mit Ricardo/Emanuel bei den Männern.

Im Frauentableau könnte Kerri Walsh Jennings in eine neue Dimension vorstossen. An den letzten drei Olympia-Turnieren war der Ablauf eigentlich immer der gleiche. Am Ende stand Walsh mit ihrer langjährigen Partnerin Misty May ohne Niederlage zuoberst auf dem Podium. Neu war aufgrund einer Hochzeit jeweils nur der Name: 2004 lautete er Walsh/May, 2008 Walsh/May-Treanor und 2012 Walsh Jennings/May-Treanor 2012.

Nun strebt Walsh Jennings an der Seite von April Ross die vierte Olympia-Goldmedaille an. Gelingt das Unterfangen, würde sie in einen erlauchten Kreis von bislang sieben Personen vorstossen, die dieses Kunststück in der stets gleichen Disziplin ebenfalls geschafft hatten. Die letzte unter ihnen war die amerikanische Basketballerin Lisa Leslie (1996 bis 2008).

Aus Schweizer Sicht hat das Beachvolleyball-Turnier zwei Facetten. Die volle Aufmerksamkeit gilt den Frauen-Tandems Isabelle Forrer/Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich/Nadine Zumkehr. Bei der sechsten Austragung sind erstmals zwei weibliche Duos vertreten. Dafür fehlt erst zum zweiten Mal nach der Olympia-Premiere 1996 in Atlanta die Beteiligung von Schweizer Männern.

Die Bandbreite an möglichen Klassierungen ist gross. Die Vorrunden-Gruppe von Heidrich/Zumkehr ist so ausgeglichen besetzt wie keine der fünf anderen. In der vergangenen Woche legten die beiden Bernerinnen in Klagenfurt eine hervorragende Olympia-Generalprobe hin. Erstmals erreichten sie an einem Major-Series-Turnier den Final, in welchem sie den deutschen Europameisterinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst knapp unterlagen.

Forrer/Vergé-Dépré, die an der Olympia-Hauptprobe im März bis in den Halbfinal vorgestossen waren, bekommen es unter anderem mit Walsh Jennings/Ross zu tun. Die Chance, die erste Phase in den Top 2, als einer der zwei besten Gruppendritten oder via Barrage zu überstehen, ist gleichwohl vorhanden.

(SDA)


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