Einheitliche Verpackung für alle Zigis?

Olivegrüne Farbe, Schockbilder und der Markenname ganz unten auf der Verpackung.
Olivegrüne Farbe, Schockbilder und der Markenname ganz unten auf der Verpackung. © WHO
Farben und Logos sollen von den Zigaretten-Päckli verschwinden, das ist das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In einigen Ländern ist dies bereits Alltag, die Schweiz hält noch dagegen. Was ist deine Meinung?

Wer in den vergangenen drei Jahren Ferien in Australien gemacht hat, kennt sie vielleicht schon: Zigarettenpackungen ohne Markenlogos, ohne Slogans, ohne auffällige Farben. Als weltweit erstes Land hat Australien am 1. Dezember 2012 ein entsprechendes Gesetz eingeführt. Seither sehen alle Zigipäckli mehr oder weniger gleich aus. Sie unterscheiden sich nur noch durch verschiedene Schockbilder und dem Markennamen, der ganz unauffällig unten auf der Packung steht. Mit dieser und anderen Massnahmen hat Australien seine Raucherquote in den vergangenen 20 Jahren praktisch halbiert.

Eine Klage der Zigarettenindustrie gegen Australien wurde von einem Handelsschiedsgericht Ende letzten Jahres abgewiesen. Auch eine entsprechende Beschwerde gegen eine EU-Richtlinie, welche die Einheitspackungen ermöglicht, wurde vom europäischen Gerichtshof Anfang Mai abgelehnt.

Weltweit Pläne für Einheitspackung

Was in Australien Realität ist, soll laut WHO weltweit gelten. Der heutige Weltnichtrauchertag steht denn auch unter dem Motto “Get ready for plain packaging”. Auf Deutsch: “Sei bereit für die Einheitspackung.”

Andere Länder stehen bereits in den Startlöchern: Vergangenes Jahr haben Frankreich, Grossbritannien und Irland die Einführung von neutralen Packungen beschlossen. Nachdem letzte Klagen abgewiesen worden sind, dürfen an die Märkte von Frankreich und Grossbritannien seit zehn Tagen nur noch neutrale Packungen geliefert werden.

Und die Idee zieht immer weitere Kreise. So ist ein entsprechendes Gesetz in Neuseeland in der parlamentarischen Beratung und sollte noch dieses Jahr verabschiedet werden. In Ländern wie Kanada, Singapur, Malaysia, Schweden, Norwegen, Finnland, Ungarn, Türkei und Südafrika haben die Regierungen Pläne für neutrale Packungen veröffentlicht.

Situation in der Schweiz

Neutrale Packungen sind vom Schweizer Bundesrat im Jahr 2014 bereits abgelehnt worden. Im aktuell vorgeschlagenen Tabakproduktegesetz finden sich lediglich das Abgabealter von 18 Jahren sowie einige Werbeeinschränkungen. “Sucht Schweiz” rechnet damit, dass ohne weitere Massnahmen die Raucherquote stagnieren und die Schweiz im internationalen Vergleich weiter zurückfallen wird.

Was meinst du?

 

(chf)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen